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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 03:20 Uhr

Malente : Brand im Bahnhofsgebäude

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Feuer bricht in der Restaurantküche aus und wandert von dort in die Zwischendecke / Eingreifen der Feuerwehr verhindert Schlimmeres

Der erste Eindruck ließ das Schlimmste vermuten. Als die Feuerwehr am Malenter Bahnhof eintraf, drangen dichte Rauchschwaden aus dem Bahnhofsgebäude. Dort befindet sich zurzeit nur ein Mieter: das China-Restaurant. Und aus dem Flachdach der Gaststätte und dem schräg darüber liegenden ersten Obergeschoss drang auch der Qualm.

Doch die um 9.30 Uhr unterstützend auch per Sirene alarmierte Feuerwehr bekam den Brand schnell unter Kontrolle. Unter Atemschutz drangen die Feuerwehrleute in das Gebäude ein, nachdem sie eine zu den Gleisen hin liegende Tür aufgebrochen hatten. Dann löschten sie zügig den Brand in der Restaurant-Küche. „Das Feuer hätte sich noch stark entwickeln können“, erklärte Zugführer Kai Jansen, der als erster am Einsatzort war. Noch am oberen Ende des Küchenabzugs seien mit der Wärmebildkamera Temperaturen von 150 Grad gemessen worden. Die Küche sei ausgebrannt.

Als Problem erwies sich die Zwischendecke. Als der eigentliche Brandherd schon gelöscht war, drang weiterhin stetig Qualm aus den Ritzen des Flachdachs über dem Anbau. Per Wärmebildkamera seien Glutnester zu erkennen gewesen, berichtete Jansen. Deshalb riss die Wehr Teile der Deckenverkleidung herunter, um die Glutnester ablöschen zu können.

Die Drehleiter kam zwar zum Einsatz, gelöscht wurde aber fast ausschließlich von innen. Unter der Leitung des stellvertretenden Gemeindewehrführers Andree Bendrich waren etwa 40 Feuerwehrleute aus Bad Malente-Gremsmühlen, Sieversdorf, Timmdorf und Kreuzfeld im Einsatz.

Auslöser des Feuers war offenbar in Brand geratenes Fett. Sie habe die Flammen zwar noch mit einem Feuerlöscher bekämpfen wollen, diesen aber nicht einsatzbereit bekommen, berichtete die Besitzerin des Restaurants. Dann sei sie nach draußen gelaufen, um Hilfe zu holen.

Dort traf sie auf Oliver Nöring. „Ich wollte mit meiner Mutter einen Kaffee trinken gehen“, berichtete der Malenter. Er eilte mit der Besitzerin ins Restaurant und entschied sich dort angesichts der Lage für einen schnellen Rückzug: „Das Kochfeld brannte lichterloh und der Qualm senkte sich von der Decke immer weiter in Richtung Fußboden“, schilderte er die bedrohliche Lage. Nachdem er sich vergewissert habe, dass niemand mehr im Restaurant sei, habe er das Gebäude mit der Besitzerin wieder verlassen und die Feuerwehr alarmiert. „Die Besitzerin war noch so geistesgegenwärtig, dass sie das Gas abgedreht hat“, berichtete Nöring.

Bürgermeisterin Tanja Rönck zeigte sich erleichtert, dass sich aus dem Feuer kein Großbrand entwickelt habe. „Als ich von dem Feuer gehört habe, hat mein Herz erst ausgesetzt“, berichtete sie. „Ein abgebrannte Bahnhof – das wäre ein Horrorszenario für den Ort.“

Im Dezember habe sie mit dem Eigentümer des Bahnhofsgebäudes gesprochen. Er wolle sukzessive Wohnungen bauen. Derzeit denke er über ihre Anregung nach, in der unteren Etage andere Nutzungen zu ermöglichen. Vielleicht überlege sich die Gemeinde, die Räume zu nutzen, erklärte Rönck. Diese Überlegungen könnten im derzeit laufenden Zukunftsprozess 2030 konkretisiert werden.

Der in Hamburg lebende Geschäftsmann Amer Zamzam hatte das Gebäude im Juni 2014 zusammen mit weiteren Bahnhöfen in Soltau, Dessau-Roßlau und Bad Bentheim ersteigert. Seitdem plant er, in Malente Wohnungen oder eine Pension zu schaffen. Zwar hatte er schon vor einiger Zeit mit Sanierungsarbeiten begonnen, diese aber wieder unterbrochen. Heute will er sich selbst ein Bild von dem Schaden machen. Im Mai plane er, die Arbeiten in Malente fortzusetzen. Genaue Pläne für den Umbau habe er aber noch nicht. Das Restaurant dürfte bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 13:45 Uhr

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