Zarnekau : Brand bringt sieben Menschen in Gefahr

Gefahr vorbei: Zwei Atemschutzträger hatten die Flammen am Fuß der Kellertreppe schnell gelöscht. Der beißende Brandrauch hielt sich dagegen hartnäckig in dem Wohnblock. Foto: Krauskopf
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Gefahr vorbei: Zwei Atemschutzträger hatten die Flammen am Fuß der Kellertreppe schnell gelöscht. Der beißende Brandrauch hielt sich dagegen hartnäckig in dem Wohnblock. Foto: Krauskopf

Geht das immer weiter? Schon wieder Zarnekau, schon wieder Brandstiftung.

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06. Januar 2013, 05:59 Uhr

Zarnekau | Die Menschen in dem 550-Einwohner-Ort zwischen Eutin und Kasseedorf kommen nicht zur Ruhe: Eine Woche nach einer offensichtlichen Brandstiftung, der mitten im alten Ortskern ein Holzschuppen zum Opfer gefallen ist, gab es Donnerstagabend einen Kellerbrand in einem Mietshaus mit fünf Wohnungen am Bähnken. Es war offensichtlich wieder eine Brandstiftung. Der Sachschaden blieb gering, aber eine enorme Rauchentwicklung wurde für sieben Menschen - darunter ein Kind - eine lebensgefährliche Bedrohung.

Alle sieben kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Drei wurden gestern Morgen entlassen, drei gestern Abend. Eine ältere Frau blieb mindestens bis heute in der Klinik, weil sie vermutlich durch die Aufregung ernstliche Herzprobleme bekommen hat.
Alle Bewohner retteten sich selbstständig ins Freie

Alle Hausbewohner waren kurz vor 21.30 Uhr durch einen lauten Knall aus dem Keller aufgeschreckt worden. Sekunden später entwickelte sich beißender Qualm, der durch das Treppenhaus des Blocks zog. Alle Bewohner retteten sich selbstständig ins Freie, während vier Feuerwehren mit insgesamt 62 Helfern anrückten.

Ein Atemschutztrupp der Zarnekauer Feuerwehr ging sofort nach dem Eintreffen in den Keller und löschte mit Wasser aus dem 700-Liter-Tank des Tragkraftspritzenfahrzeugs die Flammen: In einer Abseite neben der Kellertreppe brannten ein Kinderbuggy und zwei mit Plastikmüll gefüllte Säcke. Die Flammen hatten gerade begonnen, auf eine Styroporverkleidung der Kellerdecke überzugreifen.

Mit der Unterstützung von Helfern der Feuerwehren Röbel und Bujendorf und einer Wärmebildkamera wurde anschließend kontrolliert, ob es im Keller weitere Brandnester gibt, und mit Hilfe eines Gebläses wurde das intensiv verqualmte Gebäude wieder begeh- und bewohnbar gemacht. Die Gömnitzer Wehr war ebenfalls alarmiert worden, brauchte aber nicht mehr einzugreifen.

Die Polizei bestätigte gestern, dass Brandstiftung wahrscheinlich die Ursache gewesen sei. Die Haustür des Wohnblocks, in dem vier von fünf Wohnungen vermietet sind, sei nicht verschlossen gewesen, auch die direkt dahinter liegende Kellertür nicht. Beamte der Kriminalpolizei erschienen unmittelbar nach Ende der Löscharbeiten am Brandort.

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