zur Navigation springen

Bounty-Meuterei geht weiter – mit gut 80 Unterstützern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 00:34 Uhr

Sonne, spielende Kinder und Eltern mit Kaffee und Kuchen in der in der Hand. Entspannte Stimmung herrschte am Sonntagmittag beim beliebten Holzspielschiff Bounty. Zu Spitzenzeiten waren teils 80 Menschen gekommen, die Hälfte von ihnen Kinder. „Ich bin dem Aufruf gefolgt und wünsche mir sehr, dass das Spielschiff hier stehen bleibt“, sagte Andreas Sembritzki aus Sasel. Er hatte das Schiff zur Landesgartenschau entdeckt und ist seitdem mit seinem Sohn Paul gut 40 Mal dagewesen. „Es lässt sich so herrlich mit einem Spaziergang in die Stadt oder durch den Schlossgarten verbinden“, meint auch Maik Lange, der ebenfalls mit seinem Sohn gekommen war. Endlich habe sich dieser Ort zu einem Anziehungsmagneten entwickelt. „Warum hat man sich vorher keine Gedanken gemacht, dass das Schiff hier gut ankommt und möglicherweise bleiben soll? Dann hätte man anders planen können“, fragen andere Eltern. Keiner der Besucher zeigte Verständnis für die Argumente des Denkmalschutzes. Im Gegenteil: „Wie denkmalschutzkompatibel ist denn ein Parkplatz so dicht am Schloss?“ oder „Sind die anderen Veränderungen auf dem Areal hier auch so kritisch beäugt worden?“, witzelten einige.

Aufgerufen zu der Aktion „Eutin meutert“ hatten die Freien Wähler eine Woche nach dem Aufruf der Freien Demokraten, die ebenfalls gekommen waren um Engagement und Flagge zu zeigen. „Ich werde nicht aufhören, mich für das Schiff einzusetzen. Das ist so ein schöner Ort. Kein Eutiner will die Versetzung, da muss es einen Weg geben“, sagte Margret Möller (FDP) vor Ort. Ähnlich wie Malte Tech (FWE), der Spielzeug von der Awo besorgt hatte, hält sie den Schritt einer Unterschriftensammlung für ein mögliches letztes Mittel, um die Masse an Unterstützern dem Denkmalamt mal vorzulegen. „Wir reden immer von Kindern, aber wenn es mal ernst wird, es passiert nichts“, sagte Tech. Er hoffe, dass die Menschen, die am Schiff Flagge zeigten sich auch darüber hinaus für den Verbleib einsetzen. Sein Plan vorerst: „Wir lassen das Schiff einfach stehen und stimmen keiner Versetzung zu.“ Margret Möller hofft auf eine gute Diskussion im nächsten Bauausschuss, den Antrag, die Bounty zum Thema zu machen, hatte sie gestellt, wie sie betonte.

„Wenn das Schiff wirklich wegkommt, treffen wir wieder die Schwächsten der Gesellschaft“, mahnte Wolfgang Schümann aus Röbel. Der Denkmalschutz solle mal aus seinem „vermufften Büro kommen“ und den spielenden Kindern plausibel erklären, weshalb sie hier nicht auf dem Schiff spielen dürfen.Die offizielle Begründung für die Versetzung – neben der Unvereinbarkeit aus Sicht des Denkmalschutzes – war die temporäre Planung zur Landesgartenschau. Aus dem Bauamt hieß es, dass eine Rückzahlung von Fördermitteln drohe, wenn gegen die mit dem Innenministerium abgestimmte Planung verfahren werde (wir berichteten).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen