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Verrückte Geschichte über Ostern im Fernsehen : Bosauer eröffnen Café in Sibirien

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

ZDF zeigt über Ostern das Engagement von Hans Reimers, Lina Müller, Gregor McDermott und Sergej Schaefer in der sibirischen Kälte

von
erstellt am 15.Apr.2014 | 04:00 Uhr

Wie verrückt ist das denn? Vier junge Deutsche eröffnen in dem Dorf Huschir auf der Insel Olchon im Baikalsee mitten in der sibirischen Kälte in einem Holzhaus ein Café. Die Insel ist allerdings von meterdickem Eis eingeschlossen. Die unternehmerischen Abenteurer kommen aus Bosau, Sarau und Lübeck. Ihre Geschichte wird über Ostern in zwei Folgen im ZDF zu sehen sein.

Es ist die Geschichte von Hans Reimers (26) und seinem Cousin Gregor McDermott (28) aus Bosau. Sie arbeiten seit Jahren im Gasthaus „Zum Frohsinn“, das sie bald gemeinsam übernehmen möchten. Mit dabei ist auch die Freundin von Hans Reimers, die 24-jährige Lina Müller aus Altenweide/Gemeinde Sarau. Sie ist eigentlich Ergo-Therapeutin, hilft aber auch oft im Gasthaus „Zum Frohsinn“ aus. Vierter im Bunde ist Gregors Studienfreund von der Hotelfachschule, der Deutsch-Russe Sergej Schaefer (25) aus Lübeck.

Für alle vier war Sibirien eine große Herausforderung. Sie mussten dort zum ersten Mal beweisen, ob sie selbst ein Restaurant führen können, denn dieser Traum verbindet sie alle. Das ZDF hatte die vier nach einem Casting für dieses Abenteuer ausgewählt. Rund 200 junge Gastronomen aus ganz Deutschland hatten sich um diese außergewöhnliche Erfahrung beworben. Das Ergebnis unter der Regie von Bernd Reufels ist am Ostersonntag im ersten Teil ab 13.15 Uhr im ZDF und am Ostermontag ab 15 Uhr im ZDF zu sehen. Ostersonntag bietet die Familie Reimers im Gasthaus „Zum Frohsinn“ ab 11 Uhr einen russischen Osterbrunch mit „public viewing“ und am Ostermontag ab 14 Uhr ein
Kuchen-Bufett mit Fernsehübertragung an. Anmeldungen unter Tel. 04527/269.

Mittlerweile sind die vier aus der sibirischen Kälte wieder in ihre warme Heimat Schleswig-Holstein zurückgekehrt. Hinter ihnen liegt ein wahres Abenteuer. Mitte Februar starteten die vier Abenteurer mit dem Flugzeug nach Moskau und Irkutsk sowie weitere fünf Autostunden ins Dorf Huschir auf der Insel Olchon im Baikalsee. Ihre gemeinsame Aufgabe: Innerhalb eines Monats sollten sie unter Beobachtung von acht ZDF-Mitarbeitern mitten in Sibirien an der Steilküste der Insel ein kleines Café eröffnen.

„Auf Olchon beginnt jetzt langsam der Frühling“, blickte Hans Reimers im OHA-Gespräch zurück. Immer noch sei der Baikalsee zugefroren. Und die Temperaturen fielen immer wieder unter minus 30 Grad. Das waren auch die Bedingungen, unter denen die vier das Café aufbauen sollten. Das kleine Holzhaus hatte der Einheimische Nikita gebaut, der auf der Insel Olchon lebt und dort ein Feriendorf betreibt und Reisende bewirten möchte. „Wir haben sehr einfach gelebt – ohne fließend Wasser und Holz machten wir uns selbst“, sagte Hans Reimers. Die Toiletten seien 20 Meter vom Haus entfernt gewesen.

Das Café

 

hat 20 Sitzplätze und ist rustikal eingerichtet. Doch alles zum Aufbau des gastronomischen Betriebes musste erst noch beschafft werden. „Die Auswahl an Lebensmitteln war sehr begrenzt und natürlich haben die Leute im Dorf einen ganz eigenen Geschmack“, sagte Hans Reimers. Sie beschafften Dekorationen, Geschirr, erstellten eine Speisenkarte und Angebote aus einer deutsch-russischen Küche mit Sauerfleisch und Rinderrouladen. Davon waren nicht nur die Russen begeistert, sondern auch Gäste des Feriendorfes aus Korea oder Frankreich.

Das Fleisch bekamen die deutschen Köche von den Dorfbewohnern. „In einer Garage hing tiefgekühlt ein halbes Rind“, schmunzelte Hans Reimers. Mit einer Motorsäge hätte ihnen der Einheimische die gewünschten Stücke aus dem toten Tier gesägt. Außerdem hätten sie auf Märkten heimische Produkte gekauft. Zur Eröffnung des Cafés sei sogar der Dorf-Schamane da gewesen und hätte ihnen viel Glück gewünscht.

Hans Reimers, Lina Müller, Gregor McDormett und Sergej Schaefer lebten mit den Menschen im Dorf Huschir auf der sonnenreichen Insel. Sie holten mit den Einheimischen den lachsartigen Fisch „Omul“ mit Netzen aus dem Baikalsee, badeten mit ihnen im Eiswasser, gingen gemeinsam in die Kirche oder in die Sauna.

„Es war eine große Erfahrung in einer ganz anderen Welt“, schwärmte Hans Reimers. Die vier Wochen in Sibirien hätten den vier jungen Deutschen eindrucksvoll gezeigt, dass man mit deutlich weniger zurecht kommen hann. Heizung, Wasser und der Supermarkt um die Ecke erhalten jetzt eine höhere Wertschätzung. „Irgendwann wollen wir wieder hin und sehen, wie Nikita unser Café fortgeführt hat“, sagte Hans Reimers.



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