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Unfalldrama in Ostholstein : Bosau trauert um zwei tote Feuerwehrmänner

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mehr als 100 Menschen nahmen Anteil am tragischen Unfalltod zweier Feuerwehrleute aus der Gemeinde Bosau. Sie waren erst 19 und 21 Jahre alt.

Bosau | Die Gemeinde Bosau im Kreis Ostholstein trauert um die beiden jungen Feuerwehrleute, die am Freitagnachmittag bei einem tragischen Verkehrsunfall auf der L 176 zwischen Hutzfeld und dem Hassendorfer Kreuz ums Leben gekommen sind. Am Sonnabend um 14 Uhr kamen mehr als 100 Menschen, darunter Familienangehörige, Freunde, Fußballer und Dorfbewohner an die Unfallstelle, um Anteil am Schicksal der Verunglückten zu nehmen.

Mitglieder vom Motorradclub Skymessenger, zu denen die Unfallopfer eine lose Verbindung hatten, radierten mit ihren Maschinen zum Abschied schwarze Kreise auf den Asphalt. Die Feuerwehr Hutzfeld-Brackrade leitete den Verkehr während der etwa einstündigen Zusammenkunft an den Trauernden vorbei.

Mehrere Holzkreuze erinnern nun an der Unfallstelle an die jungen Leute, die erst 19 und 21 Jahre alt waren und aus den Bosauer Dorfschaften Hutzfeld und Löja stammen. Viele haben Blumen niedergelegt und Grablichter aufgestellt, jemand hat einen HSV-Schal um einen Baum gebunden, im Gras liegt ein Schal des Bosauer SV, in dessen 2. Mannschaft der Ältere der beiden kickte. Fotos erinnern an die Verstorbenen.

Bereits unmittelbar nach dem Unfall hatten die Bosauer Pastorin Heike Bitterwolf und der Süseler Pastor Matthias Hieber, selbst Feuerwehrmann, die Mitglieder der Wehr Hutzfeld-Brackrade im Gerätehaus in Hutzfeld seelsorgerisch betreut, später auch die Familienangehörigen.

Am Dienstagabend haben die Mitglieder der Wehr im Gerätehaus erneut die Möglichkeit zum Gespräch, erklärte Gemeindewehrführer Andreas Riemke. Dafür komme ein seelsorgerisch geschulter Feuerwehrmann. Während des Einsatzes hatte Riemke dafür gesorgt, dass Mitglieder der Ortswehr nicht ihre eigenen Kameraden aus dem Wrack schneiden mussten und für diese Aufgabe die Eutiner Wehr angefordert. Dass es sich um Angehörige der Hutzfelder Wehr gehandelt habe, sei erst nach und nach während des Einsatzes klar geworden, berichtete Riemke: „Unsere Kameraden waren bestürzt und geschockt.“

Riemke rät den Feuerwehrleuten, immer wieder über das Erlebte zu reden, um es zu verarbeiten. „Sich einzuigeln bringt nichts, da kommt nichts gutes raus.“ Für den Gemeindewehrführer selbst ist der Unglücksfall ebenfalls eine Ausnahmesituation: „In meiner 40-jährigen Dienstzeit habe ich sowas noch nicht erlebt.“ Die Verunglückten, die er gut gekannt habe, seien voll anerkannt und integriert gewesen. Es sei tragisch, dass sie unverschuldet ums Leben gekommen seien.

Er sei in Gedanken das ganze Wochenende über bei dem Unglück gewesen, berichtete Bosaus Bürgermeister Mario Schmidt. Wie ihm sei es vielen gegangen. „Das war überall Gesprächsthema“, sagte Schmidt, der zum Unglückszeitpunkt außerhalb war und erst am Abend vom Gemeindewehrführer von dem Unglück erfuhr. Er selbst habe den Unglücksort nur zehn Minuten vor dem Unfall passiert. Es sei Schicksal gewesen, dass die beiden Feuerwehrleute getötet worden seien.

Bei dem Unfall war ein VW Bus auf die Gegenfahrbahn geraten und hatte den Golf der beiden Bosauer frontal gerammt. Der Fahrer des Busses kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Ein Sachverständiger untersucht den Unfall.

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erstellt am 02.Mär.2015 | 04:00 Uhr

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