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Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 01:39 Uhr

Bosau einstimmig für Fusion

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mit einem klaren Votum für eine Fusion der Heinrich-Harms-Schule mit der Malenter Schule an den Auewiesen geht Bürgermeister Mario Schmidt in die Verhandlungen mit der Gemeinde Malente. Doch dort gibt es Bestrebungen, diese politisch angestrebte Fusion zu verhindern. Ein Bürgerbegehren dagegen scheint in Malente in der Vorbereitung zu sein, weil dort ein Bürgerentscheid bereits im politischen Vorfeld ausgeschlossen wird.

Die Regionalschule in Hutzfeld wird unter die gesetzlich vorgesehene Grenze von 240 Schülern fallen. Eine drohende Schließung könnte verhindert werden, wenn die Harms-Schule mit der Ma-lenter Schule an den Auewiesen (372 Schüler) eine organisatorische Verbindung eingeht. Alternativen in Plön (kein Schulbusverkehr) oder Eutin (Wisser-Schule schon am Limit) gibt es nicht. Ohne eigene Schule müsste die Gemeinde Bosau für ihre Schüler, die in benachbarten Schulen unterrichtet werden, teures Schulgeld zahlen.

Dr. Charlotte Jurenz (Grüne) kehrte nach eigenen Worten am Wochenende entsetzt vom Malenter Bauernmarkt zurück. Eine Befragung zur geplanten Schulfusion mit Hutzfeld habe sie sehr befremdet. Mit unwahren Behauptungen seien dort „Unterschriften erschlichen“ worden.

Der gemeindliche SPD-Bildungspolitiker Burkhard Klinke sieht die Fusion mit der Schule an den Auewiesen in Malente „noch nicht in trockenen Tüchern“. In Bürgerbegehren seien die Malenter „Weltmeister“. Und so könnte irgendwann auch ein „Nein“ zur Fusion im Raum stehen. Darauf sollte Bosau vorbereitet sein.

Als Alternative sieht Klinke die Wisser-Schule in Eutin. Am Ende werde aber nicht die Politik entscheiden, sondern der Schulrat und das Bildungsministerium. Dr. Joachim Rinke (FDP) und Manfred Wollschläger (CDU) sehen die Schule als Mittelpunkt der Gemeinde Bosau, für dessen Erhalt sich alle einsetzen.

Schulleiter Albrecht Dudy rechnete vor, dass derzeit 235 Schüler an der Regionalschule Hutzfeld ab der fünften Klasse unterrichtet würden. Obgleich die Schülerzahlen deutlich besser seien, als im Schulentwicklungsplan mit 208 Schülern prog-nostiziert, „müssen wir uns organisatorisch bewegen“.

Der demographische Faktor berühre jedoch beide Gemeinden: Malente liege bei 372 Schülern mit 20 unter der aktuellen Prognose von 392 Schülern. Dudy räumte Bedenken aus: „Für die
befürchtete stundenweise Fahrt von Lehrkräften zwischen den Schulen sei der Weg einfach zu lang.“ Anders wäre es, wenn Lehrer tageweise fahren sollten.

15 Prozent der Schüler an der Heinrich-Harms-Schule kommen direkt aus Hutzfeld. Die anderen 85 Prozent sind Fahrschüler, die aus 41 Heimatorten zur Schule gefahren werden. „Diese Schüler können weder nach Malente noch nach Eutin geschickt werden“, warb Dudy um Verständnis für die Lage Bosaus. „Es sei denn, die Schüler wollten ein Praktikum als Busfahrer machen...“

Bürgermeister Mario Schmidt warb um Ruhe und Gelassenheit. Schließlich sei die Sicherung beider Standorte das Ziel. Schmidt hofft, dass sich am Ende sachliche Argument durchsetzen. Es sei nicht gut, mit der Angst von Menschen Politik zu machen. Übrigens: Birgit Steingräber-Klinke (SPD) enthielt sich der Stimme zur Fusion. Sie gab dafür vor der Gemeindevertretung berufliche Gründe an. Steingräber-Klinke ist Lehrerin an der Schule an den Auewiesen in Malente.

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erstellt am 12.Sep.2013 | 00:31 Uhr

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