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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 16:47 Uhr

Bosau drohte Überschwemmung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Freiwillige Feuerwehren füllten gestern knapp 400 Sandsäcke, schützten Keller und leiteten Wasser von Feldern in die Entwässerung

von
erstellt am 12.Jan.2016 | 16:04 Uhr

Heftige Regenfälle auf gefrorene Ackerböden und offenbar fünf Jahre nicht gepflegte Gräben haben gestern Mittag erneut für kleine Überschwemmungen in Bosau gesorgt. Der Keller des Hauses von Eberhard und Karin Jeschull in der Eutiner Straße wurde leicht in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehren der Gemeinde Bosau waren knapp zwei Stunden im Einsatz.

Gemeindewehrführer Andreas Riemke leitete den Einsatz der rund 65 Feuerwehrleute aus den Ortswehren. Gegen 12.53 Uhr hatte er den Alarm ausgelöst, nachdem er sich ein Bild vor Ort gemacht hatte. „Das Wasser strömte von einem Acker oberhalb des Jungfernstieges nicht in den dafür angelegten Graben“, sagte Andreas Riemke. Es sei über eine Auffahrt gleich auf die Straße geschossen und die Eutiner Straße aber auch der Hasenheide herunter gelaufen.

Die Feuerwehrleute bauten kleine Stichgräben. Mit Wasser gefüllte Schläuche trugen zur Führung des Sturzbaches bis zu den Einläufen für Oberflächenwasser bei. „Gott sei Dank hörte es bald auf zu regnen“, sagte Riemke. Keller wurden mit Sandsäcken gesichert. Außerdem wurden Sandsäcke vorsorglich gefüllt.

Auch der Keller von Eberhard und Karin Jeschull in der Eutiner Straße wurde in Mitleidenschaft gezogen. „Bei uns stand das Wasser im Keller etwa zwei Zentimeter hoch“, sagte Eberhard Jeschull dem OHA. Die Feuerwehrleute hatten schnell Sandsäcke gefüllt und die Einläufe abgedichtet.

Jeschull erhebt nun schwere Vorwürfe gegen den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Lübeck: „Nach der Schlammlawine 2011 wurde der Graben einmal gepflegt und dann nie wieder.“ Starkregen bei gefrorenen Ackerböden habe es auch früher gegeben – damals sei auch nichts passiert. Jeschull: „Es kann keiner behaupten, das es diesmal am Wetter lag.“ In seinem Keller sammelten sich gestern „durch ein bisschen Regen und Schmelzwasser“ wieder Dreck und Schmutz mit Wasser vermischt. Jeschull: „Wir sind diesmal mit einem blauen Auge davon gekommen.“ 2011 sei sein Keller binnen 45 Minuten 70 Zentimeter voll Wasser gelaufen.

Eberhard Jeschull erinnerte an 1982: „Es war so viel Schnee gefallen, da war unsere Einfahrt etwa einen halben Meter mit Schnee gefüllt, natürlich auch die umliegenden Felder. Und es gab keine Überschwemmung.“

Eberhard Jeschull meint, dei Ursache für die Überschwemmungen gefunden zu haben: „Die Überschwemmungen kamen eigentlich erst, nachdem der Radweg bebaut wurde und die Gräben verrohrt wurden.“ Zunächst seien die entstandenen Gräben nach den Bauarbeiten gepflegt worden – bis Ende August 2011 die Schlammlawine von den Feldern durch die Eutiner Straße rollte. Vorher sei damals etwa 25 Jahre nichts gemacht worden und danach wieder fünf Jahre nichts.

 




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