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„Bohrschlammgruben sind nicht genehmigt “

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dr. Reinhard Knof: Unternehmen kennen Ort für den produzierten Abfall nicht

von
erstellt am 03.Jul.2017 | 14:06 Uhr

Im Kreis Plön gibt es zwei nicht genehmigte Bohrschlammgruben. Das behauptet Dr. Reinhard Knof aus Nehmten. Er ist Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager. Knof wird konkret und nennt die Grube Fuchsbergredder in Mönkeberg, in die nach Auskunft der DEA möglicherweise der Bohrschlamm der drei DEA-Bohrungen Schönkirchen 1, 2 und 3 eingebracht wurde, und die Bohrschlammablagerung in der Kiesgrube am Wildenhorster Weg in Rastorf. Knof: „Zu beiden Gruben liegen dem LBEG (Bergamt) keine Unterlagen vor.“

Bei Bohrprojekten sei es damals üblich gewesen lokal ansässigen Unternehmen Aufträge auch per Handschlag zu vergeben, habe
der DEA-Pressesprecher auf Nachfragen Knofs geschrieben. Über die Seriosität der Unternehmer oder den Verbleib der Öl- und Bohrschlämme lägen der DEA demnach keine Unterlagen vor.

Vor diesem Hintergrund ist es für Dr. Reinhard Knof völlig unverständlich, warum Minister Habeck von „vergleichsweise umweltverträglicher“ Ölförderung in Schleswig-Holstein spreche und trotz dreier übereinstimmender Gutachten, die Erkundungsbohrungen im Weltnaturerbe Wattenmeer für rechtswidrig erklärten, entsprechende Anträge der DEA nicht ablehne.

Hintergrund: Durch den massiven Druck mehrerer Bürgerinitiativen arbeitete das Land die Problematik der Öl- und Bohrschlammgruben in Schleswig-Holstein auf. Dabei habe sich nicht nur herausgestellt, dass es eine ganze Reihe von Verdachtsflächen gebe, sondern dass keineswegs alle Bohrschlammgruben genehmigt und dokumentiert worden seien. Zeitzeugen hätten bei der Lokalisierung geholfen, da die Verursacher nur unzureichende Dokumentationen vorgelegt hätten und, so Knof wörtlich, „teilweise schlicht nicht wissen, wo der von ihnen produzierte Abfall geblieben ist“.

Bei den Öl- und Bohrschlammgruben handele es sich auch keineswegs um Deponien, sondern um bergrechtliche Ablagerungen ohne Absicherung gegenüber dem Grund- oder Oberflächenwasser. Teilweise sei der Öl- und Bohrschlamm auch noch mit Industrie- und Hausmüll vermischt worden, so Knof. So werde eine Beseitigung deutlich erschwert und die Eigentümer der Gruben würden gleich mit in Haftung genommen.

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