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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 17:14 Uhr

Bösdorf auf Weg zur Tourismusabgabe?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Voraussetzung für Abgabe ist die Anerkennung als Tourismusort

von
erstellt am 02.Mär.2016 | 12:02 Uhr

Die Gemeinde muss den Gürtel immer enger schnallen. Für die Politik gilt, möglichst alle Einnahmequellen auszuschöpfen und die gemeindlichen Schulden zu minimieren. Jetzt soll geprüft werden, ob Bösdorf eine Tourismusabgabe erheben kann. Klar ist, dass Bösdorf dafür zunächst einmal anerkannter Tourismusort sein muss. Darum geht es in der nächsten Sitzung des Ausschusses für gesellschaftliche Angelegenheiten am Donnerstag, 10. März, um 19.30 Uhr im Gemeindebüro.

2014 gab es in der Gemeinde Bösdorf beachtliche 55  254 Übernachtungen – nicht zuletzt Dank der beiden Campingplätze Augstfelde und Ruhleben mit 800 Einzelplätzen. Damit liegt Bösdorf bei über einem Drittel der für die Stadt Plön registrierten Übernachtungen. Hinzu kommen die nicht erfassten Privatvermietungen und die nur schwer zu schätzende Tagesgästezahl.

In Bösdorf gibt es neben professionellen Anbietern auch Privatquartiere. Aber auch die Anlegestelle der Fünf-Seen-Fahrt in Niederkleveez wird dem touristischen Angebot zugerechnet.

Bedingung für die Anerkennung eines Tourismusortes ist eine landschaftlich bevorzugte Lage. Das Kriterium erfüllt Bösdorf. Auch Angebote für Naherholung wie Ausflugsmöglichkeiten, Grünflächen, Rad- und Wanderwege und ein vielfältiges gastronomisches Angebot sowie ein erhebliches Gäste- und Tourismusaufkommen scheinen problemlos zu sein. Die erwartete zentrale Auskunftsstelle wird mit der Tourist Info Plön abgedeckt. Doch: Ein Problem sind die erwarteten öffentlichen Toiletten in ausreichender Anzahl. Das einzige öffentliche WC der Gemeinde Bösdorf befindet sich im Gemeindebüro in Kleinmeinsdorf und damit abgelegen von den Ortsteilen mit stärkerer touristischer Frequentierung. Damit könnte die Zahl der öffentlich zugänglichen Toiletten zur Ablehnung Bösdorfs als Tourismusort führen.

Sobald die Anerkennung als Tourismusort durch das Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein vorliegt, hat Bösdorf die Möglichkeit, eine Tourismusabgabe auf der Grundlage einer Gemeindesatzung zu erheben. „Für die Anerkennung fallen vom Ministerium keine Gebühren oder ähnliches an. Die Gemeinde muss allerdings für den Antrag begründende Unterlagen erstellen. Hieraus ergibt sich Verwaltungsaufwand“, teilte Harald Haase, Sprecher im Wirtschaftsministerium mit.

Mit den Einnahmen aus der Abgabe sollen die Aufwendungen für die Fremdenverkehrswerbung (70 Prozent) und für die Herstellung, Verwaltung und Unterhaltung der zu Erholungszwecken bereit gestellten öffentlichen Einrichtungen zu 30 Prozent gedeckt werden. Das sogenannte unbedingte Kalkulationsgebot für die Bemessung der Abgabenhöhe muss Bösdorf allerdings kostenpflichtig vergeben.

 

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