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Ostholsteiner Anzeiger

20. November 2017 | 14:54 Uhr

Böhrens erster Mann an der Spritze

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dem 53-jährigen Kai Böhrens ist gegenseitige Wertschätzung wichtig / Selbst trat er bereits mit elf Jahren in die Jugendfeuerwehr ein

von
erstellt am 04.Okt.2017 | 12:57 Uhr

„Mir ist gegenseitige Wertschätzung wichtig, damit die Kameraden gerne zum Dienst kommen.“ Das sagt Kai Böhrens, frisch gewählter neuer Wehrführer der Plöner Ortswehr. Zum 1. Dezember tritt der 53-Jährige für sechs Jahre die Nachfolge von Horst Stüwe an.

Im Hauptberuf ist Böhrens bevollmächtigter Bezirksschornsteinfegermeister und geprüfter Gebäudeenergieberater. Privat gehört neben der Feuerwehr dem Segeln seine Leidenschaft. „Für Horst war klar, dass er nur zwei Wahlperioden machen will, und fragte, wer bereit wäre, das Amt zu übernehmen. Kein Finger ging hoch“, erinnert sich der Vater von drei Söhnen, der mit Lebensgefährtin Annette Thielemann im Herzen der Stadt lebt.

„Ich bin nicht mehr so jung und sehe mich als Übergangswehrführer. Bei einer Altersstruktur von durchschnittlich 30 Jahren muss dann die mittlere Generation in die Verantwortung geführt werden. Das sehe ich als meine primäre Aufgabe. Es müssen keine alten Säcke in der Führung sein, wenn so viele junge da sind.“ Schon mit elf Jahren trat Böhrens in die Jugendwehr ein und war später in den Reihen der Aktiven Sicherheitsbeauftragter bis 1996 und Kreisausbilder für gefährliche Stoffe und Güter, bevor es ihn beruflich nach Klein Rönnau im Kreis Segeberg verschlug.

Als Gruppenführer, dann stellvertretender Wehrführer und schließlich Gemeindewehrführer sammelte er Führungserfahrung. 2005 in Plön zurück, war er ab 2008 Zugführer und ab 2013 Stüwes Stellvertreter. Jeder Einsatz sei ihm gleich wichtig, die arbeite man professionell ab. „Wir sind da, um zu helfen, und sicher hat man Gefühle, wo es unangenehm ist. Ich bin lange genug dabei. Durch die Führungsaufgabe ist man mental gebunden, so dass man das nicht so an sich heranlässt“, antwortet Böhrens auf die Frage, wie er belastende Situationen im Einsatz verarbeitet.

Als Wehrführer möchte er für ein gutes Betriebsklima sorgen. Horst Stüwe habe die Aufgabe zuverlässig und toll erfüllt und übergebe eine personell und materiell intakte Wehr. „Sie sind alle freiwillig da, da muss es auch Spaß machen“, erklärt der Ur-Plöner. Er legt aber ebenso viel Wert darauf, dass Ablauf und Hierarchie funktionieren. Dass er mit nur zwei Gegenstimmen gewählt worden war, betrachte er als Vertrauensbeweis. „Ich denke, dass ich einigermaßen Rückhalt habe, es ist ein guter Start.“

Die Stimmung in der jungen Wehr sei gut, auch wenn es immer einige gebe, die anderen auf die Füße treten. Daher die Betonung der gegenseitigen Wertschätzung. „Feuerwehr ist durch und durch Teamarbeit. Ich empfinde es als Glücksfall, dass wir nie allein sind. Einer konnte sich immer auf den anderen verlassen“, meint Böhrens mit Blick auf die Führungsspitze und auch die Zugführer wie Volker Dührkoop und Rüdiger Stramm. Beide haben Interesse daran, Stellvertreter zu werden. Möglich ist dies durch eine von der Mitgliederversammlung beschlossene Satzungsänderung. Diese ermöglicht es, zwei Stellvertreterposten zu besetzen. Als eine wichtige Aufgabe der Zukunft sieht Böhrens, über ein Fahrzeugkonzept nachzudenken, weil Löschfahrzeuge immer mehr für technische Hilfeleistung ausgestattet sein müssten.

 


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