Plön/Schönberg : Blut des Opfers von der Hand geleckt

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23-Jähriger zog 20-Jährigem in Schönberg eine Bierflasche über den Kopf

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11. Mai 2013, 09:05 Uhr

Plön/Schönberg | Bei einer rauschenden Geburtstagsparty in Schönberg gerieten zwei junge Männer aneinander. Dabei zog ein heute 23-Jähriger einem heute 20-Jährigen eine Flasche Bier über den Kopf. Die Wunde musste im Krankenhaus mit 40 Stichen genäht werden. Der Fall beschäftigte jetzt das Amtsgericht, dass die Hauptverhandlung Mitte Mai fortsetzen will, um eine weitere Zeugin zu hören.

Im Vereinsheim des MC Schönberg wurde ein 18. Geburtstag gefeiert. Gegen 1.35 Uhr - es flossen schon reichlich Bier, Mischungen und "Kurze" - kam es zu einer Schlägerei, die mit dem Schlag einer Bierflasche gegen den Kopf endete. Schnittwunden im Gesicht und Prellungen waren das Ergebnis. Aneinander gerieten der nun 23-jährige Angeklagte aus Kiel-Gaarden und sein 20-jähriges Opfer.

Er habe zehn Wodka und einiges an Bier getrunken, sagte der Verteidiger des wortlosen angeklagten Malers und Lackierers. Zunächst hätten sein Mandant und das spätere Opfer noch miteinander getrunken, dann sei es zur Schlägerei gekommen. Sein Mandant bedauere den Vorfall und entschuldige sich bei dem Geschädigten. Er habe ihn nicht so schwer verletzten wollen. Seine Tat sei weder überlegt noch geplant gewesen. Er zeige Reue und sei erschrocken.

Bei der Party fiel dem 20-jährigen Geschädigten das Aussehen und das Lachen des 23-jährigen Täters auf, der immer lauter geworden sei. Als er ihn fragte, warum er sich so gebe, habe ihm der 23-Jährige ohne Vorwarnung eine Flasche Bier über den Kopf gezogen. "Als ich schwer blutete, lachte er nur und leckte sich mein Blut von seiner Hand", sagte der 20-Jährige. Das Lecken des Blutes wurde auch von den anderen Zeugen bestätigt. Der Geschädigte verspürt noch heute eine Spannung auf der Kopfhaut. Im Krankenhaus sei er zwei Stunden lang mit 40 Stichen genäht worden.

Die geladenen Zeugen berichteten von einer friedlichen Atmosphäre während der Geburtstagsparty. Doch immer wieder stach akustisch ein "schlimmes, grausames und ekliges" Lachen heraus. So habe der Täter auch nach dem Flaschen-Schlag hämisch gelacht und sich freudestrahlend das Blut seines Opfers vom Arm und von der Hand geleckt.

Der Polizeibeamte erinnerte sich an eine aufgeheizte Stimmung. 1,66 Promille sei als Blutalkoholwert bei dem 23-Jährigen ermittelt worden, der sehr nüchtern gewirkt und keine Anzeichen von Drogenkonsum aufgewiesen habe. Der sei sogar sehr einsichtig gewesen.

Der Verteidiger wollte noch eine Zeugin hören und zog auch das Gutachten eines Sachverständigen über die Schuldfähigkeit des 23-Jährigen in Erwägung. Er zweifelte die volle Schuldfähigkeit des Angeklagten an. Der Angeklagte hat ein "sauberes" Führungszeugnis, wohne bei seiner Mutter und befinde sich im privaten Insolvenzverfahren.

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