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Ostholsteiner Anzeiger

18. November 2017 | 05:12 Uhr

Blumenwiesen sind wieder im Schlosspark

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„BlütenMeer 2020“ wird aus Landesprogramm Biologische Vielfalt gefördert

von
erstellt am 18.Mai.2017 | 12:28 Uhr

Die Rückkehr der Blumenwiesen hat sich die Stiftung Naturschutz auf die Fahnen geschrieben. Unter dem Motto „BlütenMeer 2020“ sollen in sechs Jahren landesweit insgesamt 2500 Hektar Fläche aufgewertet werden. Wie das geht, erläuterte der Biologe und Botaniker Dr. Christian Dolnik aus Kiel bei einem Vortrag im Uhrenhaus des Naturparkvereins Holsteinische Schweiz. Der 48-jährige Projektleiter referierte auf Einladung von Naturpark-Umweltpädagogin Sonja Fuhrmann in der Reihe „Garten.Querbeet“. Gefördert wird das Projekt „BlütenMeer 2020“ mit 4,2 Millionen Euro aus dem Landesprogramm Biologische Vielfalt.

„Wildpflanzen, die früher jeder kannte, sind so selten geworden, dass man sich Sorgen machen muss. Sie sind teils nicht kartiert, weil man sich nicht vorstellen konnte, dass sie mal selten werden“, erläuterte Dolnik. Durch Bewirtschaftung und Agrarnutzung, Pestizide und Herbizide hätten sich die Wildpflanzen buchstäblich vom Acker gemacht, sei aus Wiesen Ackergras geworden. „Die Blumen kommen nicht mehr zurück, weil die Samenbank mit jedem Umbruch verloren geht.“

In der Archegärtnerei in Eggebek hat sich sein Team zum Ziel gesetzt, 60 Arten gezielt selbst zu vermehren und weitere in Auftrag zu geben. Dolnik geht von 265 Wildpflanzenarten für Schleswig-Holstein aus. Es gebe eine Liste von über 100 Arten, die man selber vermehren müsse. Das geschehe, indem Saatgut gesammelt, gereinigt und getrocknet und auf Wiesen wieder ausgebracht werde.

Mit Augentrost, Hasenklee, Wildem Thymian, Arnika, Knöllchen-Steinbrech, Teufelsabbiss, Tausendgüldenkraut, Wiesen-Margerite, Heidenelke, Klappertopf, Wiesenschaumkraut und Wiesen-Pippau nannte Dolnik nur einige der früher heimischen Arten. Die violette, gemeine Küchenschelle, die in den 1990er-Jahren im Treenetal praktisch erloschen war, habe man retten können. Die Wiesen-Schlüsselblume wachse auf dem Appelwarder bei Preetz. In Darry gebe es eine Margeritenwiese, in der Postseefeldmark bei Preetz seien erste Flächen mit Heidenelken und Wildem Thymian bepflanzt worden.

In Johannistal bei Putlos wurden Wiesen-Schlüsselblumen gesetzt. Der Truppenübungsplatz in Putlos sei einer der wenigen Bereiche, wo es noch Wildkräuter gibt, nannte Dolnik ein positives Beispiel aus der Region. Er setzt auf ein bundesweites Biotop-Verbund-System, weil es bundesweit geeignete öffentliche und private Flächen für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt gebe.
Wer an der Rettung seltener und bedrohter Arten mitwirken möchte, könnte im eigenen Garten damit anfangen. Oder greift am 15. September ab 14 Uhr bei einer Anpflanzaktion in Röbel (Gemeinde Süsel) zu Hacke und Spaten. Dort soll Wilder Thymian wieder heimisch werden. Am 9. Juli von 11 bis 15 Uhr öffnet der Archepark in Eggebek seine Pforten für einen Wildpflanzentag. „Dann sollte die Arnika blühen“, kündigte Dolnik an.



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