Bluesfest Nr. 26 mal ganz locker

Konzertserie auf dem Markt fand viel Beifall / „Blues muss cool sein“

shz.de von
17. Mai 2015, 17:44 Uhr

Wenn es überhaupt noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, dass Eutin ein international geschätzter Veranstaltungsort für Bluesmusik ist, dann hat ihn das 26. Bluesfest ohne jeglichen Fehl und Tadel geliefert. Von Himmelfahrt bis gestern spätabends präsentierten Bands aus Europa und den USA mit großer Spielfreude und Könnerschaft diverse Stilarten des Blues, genossen Abertausende überwiegend entspannte und beifallsfreudige Zuhörer älteren Semesters den Konzertmarathon.

Bluesfest-Organisator Helge Nickel hatte gestern Abend zwar stimmlich an Tonhöhe verloren, wirkte aber trotz der Strapazen aufgekratzt: „Alle Bands sind hier gut angekommen, auch qualitativ gab es bei den Auftritten keinen Durchhänger. Und es waren auch wieder mehr Eutiner im Publikum, das freut mich, denn das war ja nicht immer so.“

Insgesamt können nicht nur Nickel und der Verein Blues Baltica als Veranstalter zufrieden sein mit dem weitgehend reibungslosen Ablauf des viertägigen Musikprogrammes. Das erleichterte auch die Ordnungshüter von Stadt und Polizei. Zudem wurde die Gute-Laune-Stimmung auf dem Markt nur selten von Regentropfen gestört – dass Mitte Mai in Norddeutschland die Eisheiligen die Temperaturen durchaus in die Fröstelzone treiben, ist Stammgästen ohnehin bekannt. Neben Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz überzeugten sich im Verlauf der Konzertserie auch etliche Stadtvertreter davon, dass die internationale Wertschätzung für das Bluesspektakel in Eutin nicht nur auf Zeitungspapier steht. Und dass diese Veranstaltung in der Stadtmitte wohl doch in den Rahmen einer Landesgartenschau passen könnte.

Wie auch immer: Gäste aus Skandinavien, Polen, den Niederlanden waren ebenso im Stadtbild zu verorten wie Süddeutsche, Schweizer, Engländer oder Amerikaner. „Fragen Sie doch mal in der Umgebung nach einem Quartier, die sind alle gut gebucht“, wies Nickel auf den touristischen Nutzen hin. Gestern schaute als Überraschungsgast der US-Musiker Grady Champion aus Missisippi im Veranstalterzelt vorbei – im Gepäck seine musikalische Visitenkarte für einen künftigen Auftritt in Eutin.

Das nächste Bluesfest findet 2016 zu Pfingsten vom 13. bis 16 Mai auf dem Markt statt. Wie dann vielleicht mehr junge Leute angesprochen werden könnten, war Thema einer kleinen Diskussionsrunde am Sonnabend im Café Klausberger. Dort berichtete Art Tipaldi, Vorsitzender eines Komitees in den USA zur Belebung der Bluesmusik, von Ansätzen, bei Festivals gezielt etwas für Kinder anzubieten. Am wichtigsten sei, den Blues vom Image einer traurigen Musik zu befreien. „Blues muss cool sein“, forderte Tipaldi. Nickel nickte: Eutin sei da auf einem guten Weg.

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