„Bluesfest gehört zu Eutin“

Petra und Lisa wollen die Unterschriften dem Bürgermeister übergeben, mit der Hoffnung, dass sich Verwaltung und Verein dann auf eine Mediation oder andere Lösung verständigen.
Petra und Lisa wollen die Unterschriften dem Bürgermeister übergeben, mit der Hoffnung, dass sich Verwaltung und Verein dann auf eine Mediation oder andere Lösung verständigen.

Unterschriftenaktion und Förderverein für die Rettung des Festes

shz.de von
01. Juni 2018, 00:43 Uhr

Lisa hat in ihren 101 Jahren schon viel erlebt, aber dass es das Bluesfest künftig vielleicht nicht mehr in Eutin geben soll, kann die rüstige Dame nicht fassen, die wie ihre Töchter auch den Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Das ist doch furchtbar, da muss man doch etwas machen“, sagt sie. Zusammen mit ihren Töchtern ist sie „seit Anfang an“ Gast des Bluesfestes. Am Pfingstmontag haben sie und ihre Töchter Dagmar und Petra von anderen Blues-Freunden auf dem Marktplatz vom Zerwürfnis zwischen Verwaltung und veranstaltendem Verein erfahren (wir berichteten). „Aber das ist doch pubertär. Wieso sollte denn die ganze Stadt leiden, wenn zwei Menschen Unstimmigkeiten nicht miteinander klären können“, sagte Tochter Petra. Ihrer Mutter sei auf dem Marktplatz dann spontan die Idee der Unterschriftensammlung „für den Erhalt des Bluesfestes in Eutin“ gekommen. Petra erbat sich im angrenzenden Brauhaus ein paar Zettel und war kurze Zeit später überwältigt: „Ich habe für zehn Meter mehr als eine Stunde gebraucht. Die Menschen kamen auf mich zu, weil sie unbedingt unterschreiben wollten. Das sprach sich rum, wie ein Lauffeuer.“ Rund 500 Unterschriften hat sie von den Bluesfest-Besuchern binnen drei Stunden bekommen, dann habe sie leider zur Arbeit gemusst. „Hätte ich das eher erfahren, hätte ich ab Freitag gesammelt und tausende zusammen“, so Petra. Ob aus Eutin, Hamburg, dem Rheinland, Schweden oder Dänemark – auch die Liste zeige den internationalen Status, den sich das Fest längst erarbeitet habe. „Das kann doch nicht einfach beendet werden. Dann ist doch hier gar nichts mehr los. Und das Bluesfest ist doch für die alten und die jungen Menschen eine tolle Sache“, betont Lisa. „Stadt und Verein müssen das einfach schaffen, sich auf die sachliche Ebene zu konzentrieren“, sagt Petra. Egal wie, das Fest müsse unbedingt erhalten bleiben. So wie die drei Frauen und die Unterschriftengeber sehen das auch andere Eutiner. Fünf von ihnen wollen heute einen Förderverein zum Erhalt des Blues in Eutin gründen.

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