Eutin : Blues-Fans hoffen weiter

Lisa Schirmer mit ihren Töchtern Petra und Dagmar vor dem Rathaus. Die Übergabe fand auf Wunsch des Bürgermeisters ohne Presse statt.
Lisa Schirmer mit ihren Töchtern Petra und Dagmar vor dem Rathaus. Die Übergabe fand auf Wunsch des Bürgermeisters ohne Presse statt.

Rund 500 Unterschriften für Erhalt des Festes in Eutin abgegeben. Der Förderverein will vermitteln, der Bürgermeister ist gesprächsbereit.

shz.de von
24. Juli 2018, 00:58 Uhr

„Das Blues-Fest gehört nach Eutin“ – soweit sind sich eigentlich alle einig. Fast 500 Blues-Freunde unterschrieben das in einer Spontan-Aktion der Familie Schirmer beim Blues-Fest im Mai auf dem Eutiner Marktplatz (wir berichteten). Lisa Schirmer (101) übergab nun die Unterschriften mit ihren Töchtern Petra und Dagmar an Bürgermeister Carsten Behnk – auf dessen Wunsch hin ohne Presse.

Es sei ein nettes Gespräch gewesen, heißt es danach auf Nachfrage aus dem Rathaus: „Herr Behnk hat noch einmal seine Gesprächsbereitschaft signalisiert. Wir unterstützen das Blues-Fest und die Blues Challenge und wünschen uns eine Fortführung am Standort.“ Die Übergabe habe in einem Bürgertermin stattgefunden, der grundsätzlich nicht öffentlich sei, teilte Kerstin Stein-Schmidt mit. Vielleicht ein Missverständnis.

Wie geht es jetzt weiter? Noch liegt kein Antrag für 2019 vor. Der Beschluss des Blues-Baltica-Vereins schwebt noch wie ein Damoklesschwert über der Stadt, die im nächsten Jahr das 30. Jubiläum des Blues-Festes feiern möchte. Der Wunsch des Vereins: Der Umgang miteinander sollte sich „radikal“ ändern. Dabei gehe es nicht nur um Fristen und Termine mit dem Ordnungsamt, der Verein wünsche sich auch glaubhafte Unterstützung der Politik (wir berichteten). Finanziell erhält Blues-Baltica in diesem Jahr für die Challenge und das Fest 30 000 Euro. Das Gefühl des Ernstgenommen-Werdens fehle aber bislang, so der Vorstand. In einem früheren Artikel hatte Behnk, angesprochen auf die knappen Genehmigungen, gesagt, „da ist noch Luft nach oben“, was die zeitliche Bearbeitung betreffe. „Aber so flapsig kann ich doch nicht mit einem ernsten Problem umgehen. Ernsthafte Gesprächsbereitschaft signalisiert man doch anders“, sagt Helge Nickel von Blues Baltica. Der Hauptausschuss könne, so Nickel, mit den entsprechenden Beschlüssen der Verwaltung Aufträge erteilen, wie in anderen Fällen auch, „wenn das Fest hier gewollt ist“. Der Wunsch des Vereins: „Die Blues-Challenge hat Bestandsschutz in den Flächen wie 2016.“ Sonst sei das als Verein finanziell nicht leistbar.

„Eutin ohne Blues-Fest geht gar nicht“, findet Marcus Gutzeit, der gemeinsam mit Jan Knoop, Thorben Junge, Marius Winkler, Claudia Schadwinkel, Alexander Mende und Michael Schaar den Förderverein Eutiner Blues gegründet hat, um das Fest in dieser Stadt zu halten und einzulenken. „Nach der Sommerpause wollen wir in Gespräche mit allen Beteiligten gehen, um zu helfen und ein bombastisches Fest im 30. Jahr hier in Eutin feiern zu können“, sagte Gutzeit gestern auf Nachfrage. Bislang habe der Förderverein binnen kurzer Zeit 250 Meldungen erhalten, Tendenz steigend. Auch die Schirmers sind dabei.

Die ersten Bands, so Nickel, konnten für das Blues-Fest – „wo auch immer es stattfindet“ – gewonnen werden. Spätestens im Herbst müsse Klarheit herrschen, heißt es von Blues Baltica, noch sei alles offen. Lisa Schirmer hofft auf einen guten Ausgang: „Das Fest hat sich einen internationalen Status erarbeitet, das kann doch nicht einfach beendet werden. Es ist doch für alte und junge Menschen
eine tolle Sache.“

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