Blöcker verlässt die CDU

Silvester war Schluss: Klaus Blöcker verließ nach 45 Jahren die CDU im Kreis Plön und zieht sich zurück
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Silvester war Schluss: Klaus Blöcker verließ nach 45 Jahren die CDU im Kreis Plön und zieht sich zurück

Der 64-jährige Klaus Blöcker aus Nettelsee wird in diesem Jahr nicht wieder zur Kommunalwahl antreten

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04. Januar 2018, 12:13 Uhr

Nach 45 Jahren hat der ehemalige Kreistagsabgeordnete der CDU, Klaus Blöcker, „nach langen Überlegungen“ nun auch seine Mitgliedschaft in der CDU selbst zum Jahreswechsel beendet. Es war nur ein Satz, mit dem Blöcker an Silvester sein CDU-Engagement mit einer Mail an den Kreisverband aufkündigte: „…trete ich nach 45 Jahren Parteiangehörigkeit aus dem CDU-Kreisverband Plön aus.“ Und es war auch nur ein Antwortsatz, mit dem sein Austritt termingerecht bestätigt wurde. Unterzeichnet vom Kreis- und Fraktionsgeschäftsführer André Jagusch.

Der 64-Jährige zieht damit „einen Schlussstrich, der mir nicht leichtgefallen ist“, so Blöcker in einem Gespräch mit dem OHA gestern in Lütjenburg. Er habe nach den jahrelangen Querelen „keine Lust mehr, mich zu ärgern.“ Es war die „Summe der Ereignisse“, drei Jahre sei er quasi „abgeschaltet“ worden von allen Informationen in der Partei.

Hintergrund ist der seit Jahren offensichtliche Dauer-Streit zwischen ihm und dem CDU-Kreisvorsitzenden Werner Kalinka. Der hatte letztlich auch zu seinem Austritt aus der CDU-Kreistagsfraktion der CDU – nicht aber der CDU als Partei – in 2015 geführt.

Streitpunkte in Sachfragen gab es sicherlich genug. „Ich bin nicht zum Diplomaten geboren, dazu bin ich zu direkt“, gibt Blöcker selbst zu. Deshalb habe er auch gesagt, was er wolle. Letztlich gipfelte alles aber wohl in einer Auseinandersetzung im Februar 2016. In einer Vorstandssitzung des Kreisverbandes soll auf Veranlassung von Kalinka und unter seinem Vorsitz eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden sein. „Der Auftrag lautete: ,Welches parteischädigende Verhalten könne man Klaus Blöcker vorwerden?‘“ zitiert Blöcker aus einem Schreiben an Kalinka sieben Monate nach dieser Sitzung. Bis heute habe man ihm nicht mitgeteilt, was man ihm vorwerfe, so Blöcker. Hinzu kamen dann andere Streitigkeiten wie die von Blöcker verlangte Einsicht über die Verwendung von Fraktionsmitteln zu seiner Zeit. „Auch das ist mir jetzt egal.“

„Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass etwas passieren muss“, sagt Blöcker über seine Entscheidung. Aus der Lust an der Politik sei eine Last geworden. „Ich hoffe, dass der CDU-Kreisverband nun zur Ruhe kommt.“ Es sei nicht mehr seine CDU im Kreis, wenn auch im Land und im Bund. „Ich habe mich mit Leidenschaft für eine Sache eingesetzt und dabei auch Fehler gemacht“, gesteht er offen. „Ich bleibe schwarz und konservativ.“

Und wie sieht nun seine politische Zukunft aus? „Ich bin kein SPD-ler“, sagt er klar und deutlich. Und wie sieht es mit den Wählergemeinschaften im Kreis aus? „Ich werde mich als Bürger Blöcker einmischen, werde antworten, wenn ich gefragt werde“, kündigt er an und lässt Raum für Spekulationen. Es habe Gespräche auch mit Wählergemeinschaften gegeben, gibt er zu. Nur: Eine Entscheidung sei (noch) nicht gefallen. Ganz ausschließen will er es dennoch nicht: „Ich schließe eine Wählergemeinschaft nicht aus. Das wird kurzfristig entschieden“, sagt er und auf die Frage, was er mit „kurzfristig“ meint, antwortet Blöcker „vielleicht in vier Wochen“. In jedem Fall keine Partei, keine Gemeindevertretung – und ein Kreistagsmandat? Er wolle nicht zur Kommunalwahl im Mai 2018 antreten. „Ich werde mich einmischen, wie, weiß ich noch nicht genau, ich bleibe aber politisch.“ Ein klares Dementi sieht anders aus. Es muss ja nicht eine der bestehenden Wählergemeinschaften sein.

Von Seiten der Kreis-CDU gibt es auf Anfrage keine Reaktion zum Austritt von Klaus Blöcker. Man kommentiere den Austritt eines Mitglieds nicht, so Kreisgeschäftsführer André Jagusch und auch Werner Kalinka selbst.

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