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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 12:21 Uhr

„Blauer Brief“ für den Bürgermeister

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Große Unterschiede in der Wahrnehmung seiner Führungsarbeit im Plöner Rathaus offenbaren die gestern veröffentlichen Erklärungen von Bürgermeister Jens Paustian einerseits und den vier Vorsitzenden der Ratsfraktionen andererseits. Während Paustian sich „an der Spitze einer gut funktionierenden Verwaltung“ sieht, die täglich gute Arbeit leiste, bescheinigen die Politiker ihm Führungsschwäche und sagen; „Wir brauchen einen Neuanfang.“

Eindeutig liegt aus Sicht der Fraktionsvorsitzenden Oliver Hagen (CDU), Thorsten Pfau (SPD), Rainer Dräger (FWG) und Gerd Weber (Grüne) die Verantwortung für das Gebühren-Dilemma beim Bürgermeister. Als Dienstvorgesetzter der Kämmerei und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Stadtwerke hätte er jederzeit eine Klärung darüber herbeiführen können, in welchem Umfang die Stadtwerke Daten zur Gebührenkalkulation hätten zuliefern müssen. „Stattdessen wurde dem Verwaltungsrat und der Selbstverwaltung der Konflikt verschwiegen und rechtswidrige Gebührenbescheide verschickt. Die Fraktionsvorsitzenden erwarten von Bürgermeister Paustian künftig zeitnahe Entscheidungen auch in konfliktträchtigen Bereichen und eine Personalführung, die eine weitere Verfestigung von strukturellen Problemen verhindert.“

Die Politiker kündigten „erhebliche Änderungen“ im Zusammenspiel von Verwaltungsleitung und den Mitgliedern der Ratsversammlung an. Der Informationsfluss und die schnelle Umsetzung von Beschlüssen solle durch ein Controlling-Verfahren verbessert werden. „Bürgermeister Paustian konnte sich nach außen stets der Loyalität der Hauptausschussmitglieder sicher sein. Dieses bieten wir ihm bis zum Ende seiner Amtszeit auch weiterhin an, jedoch bedarf es hierfür erheblicher Änderungen in der Amtsführung.“

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erstellt am 20.Mär.2015 | 19:48 Uhr

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