BKA und Bundeswehr im Austausch

Ein Linienbus ist nach dem Anschlag durch einen Selbstmordattentäter ausgebrannt.
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Ein Linienbus ist nach dem Anschlag durch einen Selbstmordattentäter ausgebrannt.

Innen- und Verteidigungsministerium haben für Sprengstoffexperten eine enge Zusammenarbeit vereinbart / Gemeinsame Übung auf Truppenübungsplatz Putlos

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16. Oktober 2018, 11:07 Uhr

Es sind Bilder, die man aus dem Fernsehen kennt. Und vielen Menschen kommt die Erinnerung hoch an den Anschlag eines Selbstmordattentäters auf einen Bus der Bundeswehr in Kabul am 7. Juni 2003, bei dem vier deutsche Soldaten getötet und sieben schwer verletzt wurden. Das war ein schockierender Fingerzeig, welche Gefahren mit dem Afghanistan-Einsatz verbunden sind.

Der Anblick eines ausgebrannten Reisebusses und eines zur Unkenntlichkeit zerstörten Autos waren kürzlich Teil einer Übung auf dem Truppenübungsplatz Putlos, die in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich war: Es war das erste ressortübergreifende Training von Sprengstoffermittlern des Bundeskriminalamtes (BKA) und eines Weapons Intelligence Teams (WIT) der Bundeswehr.

Wie es in einem Bericht von Christian Bannert auf der Internetseite des Deutschen Heeres weiter heißt, soll die Zusammenarbeit zwischen BKA, dem Amt für Heeresentwicklung und dem Kommando Feldjäger Bundeswehr ausgebaut werden. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung zwischen den Bundesministerien für Inneres und für Verteidigung sei Anfang September geschlossen worden.

Wie in dem Bericht weiter ausgeführt wird, gab es in der Vergangenheit bereits gegenseitige Hospitationen bei nationalen Übungen. Dabei seien thematische Schnittstellen zwischen den Experten von Polizei und Bundeswehr festgestellt worden. Arbeits- und Vorgehensweisen an Tatorten der beiden Sicherheitsdienste seien ähnlich. Eine Zusammenarbeit im Bereich Sprengwesen sei daher sehr hilfreich. Die erste gemeinsame Übung in Putlos im September sei Pilotprojekt gewesen und solle für weitere gemeinsame Projekte die Richtung weisen.

Für die Teilnehmer der Weiterbildung war, wie es weiter hieß, ein komplexes Szenario vorbereitet. Zwei aufeinander folgende Anschläge mit behelfsmäßig hergestellten Sprengvorrichtungen (Improvised Explosive Devices, kurz IED) mussten von den Sprengstoffermittlern der Polizei und einem Weapons-Intelligence-Team der Bundeswehr ausgewertet werden. In einem weiteren Schritt demonstrierten die Übungsteilnehmer ihre Vorgehensweise an einem Tatort. Ziel war es, Gemeinsamkeiten in der Arbeitsweise zu erkennen und Erfahrungen auszutauschen.

Das Leitungspersonal hatte für die Übungsteilnehmer der Bundeswehr und der Polizei zwei unterschiedliche Einsatzszenarien vorbereitet, beide waren aber in ein Gesamtlagebild eingebettet. Damit bestand ein Zusammenhang zwischen beiden Explosionsorten. Das Ermittlerteam der Polizei hatte die Aufgabe, einen Anschlag durch einen Selbstmordattentäter auf einen zivilen Linienbus an einer Bushaltestelle auszuwerten. Die Experten der Bundeswehr werteten zeitgleich einen IED-Anschlag auf ein Fahrzeug der lokalen Sicherheitskräfte aus, die auf dem Weg zu dem Busanschlag waren. Zusätzlich war ein weiterer Sprengsatz mit Fernauslöser nahe der Bushaltestelle angebracht worden, mit dem die Menschen getroffen werden sollten, die den Opfern des Busanschlags helfen wollten.

Die jeweiligen Teams analysierten beide Vorfälle und präsentierten am letzten Übungstag ihre Ergebnisse. Dadurch sei herausgearbeitet worden, was im jeweils eigenen Bereich verbessert werden könne, und es sei das gegenseitige Verständnis gefördert worden, heißt es in dem Bericht von Christian Bannert weiter.

Als Beobachter waren Vertreter von Polizei und Bundeswehr zur Übung eingeladen worden. Bannert: „Sie verschafften sich vor Ort einen Eindruck davon, wie professionell die Kräfte beider Organisationen an einem solchen Vorfallsort ihren jeweiligen Auftrag ausführen.“

Quelle: Bericht von Christian Bannert auf www.deutschesheer.de

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