Bittere Niederlage

Schwer gezeichnet war Atmis Yusuf gegen Kevin Wöhl.
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Schwer gezeichnet war Atmis Yusuf gegen Kevin Wöhl.

Henry Vartanow verliert das Finale um den Box-Landestitel bis 50 Kilogramm knapp nach Punkten

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10. März 2014, 14:53 Uhr

Am Ende halfen auch die Anfeuerungsrufe nicht. „Henry, Henry!“, riefen die Zuschauer rund um den Boxring. Letztlich verlor Henry Vartanow mit 1:2 Richterstimmen bei den Junioren bis 50 Kilogramm das Finale um den Landestitel gegen Achrat Godje vom BC 78 Eckernförde. Die Sportler des Boxring TSV Plön gingen bei den Landesmeisterschaften vor heimischer Kulisse leer aus.

Boxen ist ein Sport, der jungen Menschen bei der Integration hilft. Der Schirmherr der Titelkämpfe, Bürgervorsteher Dirk Krüger, zählte einige Länder auf, in denen die Kämpfer ihre Wurzeln haben: Deutschland, Afghanistan, Russland, Ukraine, Litauen, Irak, Iran und das Kosovo. „Ihr seid Vorbilder für die internationale Verständigung“, gab Krüger den Aktiven mit auf den Weg.

Im Ring hatten die Gäste in den ersten drei Duellen gegen Faustkämpfer des Boxrings TSV Plön die Oberhand. Im ersten Kampf des Finaltages kassierte Atmis Yusuf eine glatte 0:3-Niederlage gegen Kavin Wöhl, der für Kadgamala Heide boxt. Dabei musste Yusuf einige Treffer hinnehmen und seine blutende Nase behandeln lassen.

Hauptkampf aus Sicht der Gastgeber war das Aufeinandertreffen von Henry Vartanow und Achrat Godje, beide Jahrgang 1998, Vartanow eher schlank und groß, Godje klein und kräftig. Am Ring saß die Deutsche Box-Meisterin im Fliegengewicht Annemarie Stark, die Henry Vartanow beim Training beobachtet hat: „Henry Vartanow ist technisch und taktisch ein großes Boxtalent.“

Der Eckernförder Achrat Godje ließ sich jedoch von dem Plöner nur selten beeindrucken, er zwang den an Reichweite überlegenen Vartanow immer öfter in den Infight. Dabei bewies Achrat Godje Nehmerqualitäten, er wurde von Ringrichter Jens Gatzenmeier zweimal angezählt. Doch Vartanow ließ sich zermürben, verlor seine klare Linie. Das Urteil war sehr knapp, aber nicht ungerecht.

Kampflos musste Ismail Hiwa im Finale der Junioren bis 52 Kilogramm auf den Landestitel verzichten: Er war zu schwer. So durfte er zwar gegen Semih Öztürk vom AC Einigkeit Elmshorn boxen, der Titel ging aber an Öztürk. Auch Demirel Müslüm ging bei den Titelkämpfen leer aus. Er unterlag gegen den Elmshorner Ayaz Aöoskan mit 0:3 Richterstimmen.

Die Landesmeisterschaften gehören zu den Veranstaltungen zum 150jährigen Geburtstag des TSV Plön, der Boxring TSV Plön wurde vor 50 Jahren aus der Taufe gehoben. Insgesamt seien an beiden Veranstaltungstagen, am Sonnabend standen die Halbfinals, am Sonntag die Finals auf dem Programm, rund 250 Zuschauer in der Mehrzweckhalle der Rodomstorschule gewesen, teilte Hans Korth für den Boxring mit.

Am 12. April gibt es für die Nachwuchsboxer die nächste Bewährungsprobe, wenn es in Elmshorn um norddeutsche Titel geht. Dafür haben sich für den Boxring TSV Plön Kay Greve bei den Junioren bis 91 Kilogramm und Imali Ibragimov bei den sogenannten „Kadetten“, das sind die Altersklassen 13 und 14 Jahre, bis 62 Kilogramm qualifiziert.

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