Bis zu 14 Millionen Mehrkosten

Stadt stellt Kostenrahmen für Idee der Bürgerinitiative „Vernunft macht Schule“ vor / Bürgermeister ruft zum Dialog auf

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26. Oktober 2018, 14:47 Uhr

Seit mehreren Wochen hat die Bürgerinitiative (BI) „Vernunft macht Schule“ auf Zahlen der Stadt gewartet – gestern war es nun soweit: Bürgermeister Carsten Behnk und sein Team stellten die Kostenschätzung für den von der BI favorisierten inklusiven, modernen Campus vor.

Der Kostenrahmen für den Neubau der Grundschule am Kleinen See wird mit rund acht Millionen Euro taxiert; der für den Förderantrag der Drei-Feld-Sporthalle mit 7,85 Millionen Euro, dazu der Kostenrahmen (Konzept Bürgerinitiative) des Neubaus der Wilhelm-Wisser-Schule (WWS) am Kleinen See mit 28,24 Millionen Euro. Unterm Strich bleiben Gesamtkosten in Höhe von knapp 44,1 Millionen Euro. Zu den ersten beiden Kostenrahmen hatte die Verwaltung bereits gleichlautende Förderanträge mit identischen Summen gestellt. Abweichungen gibt es aber bei letzterem. Hier sieht der Kostenrahmen für die Sanierung und Erweiterung der WWS am Berg 18,34 Millionen Euro vor. Daraus ergibt sich eine Differenz zum Konzept der Bürgerinitiative von 9.9 Millionen Euro – und damit verbundene Gesamtkosten von etwa 34,2 Millionen Euro. Hierbei liegt eine Bruttogeschossfläche von 8569 Quadratmetern zu Grunde, sagte Bauamtsleiter Henning Schröter. Bei den geforderten 9804 Quadratmetern würden sich die Summen auf 13,87 Millionen Euro Differenz zum Konzept der Bürgerinitiative beziehungsweise 48,06 Millionen Euro Gesamtkosten erhöhen. „Und das ist nur die Rahmenplanung“, sagte Schröter. Denn ein grundlegender Entwurf fehle noch, anhand dessen detaillierte Kosten geschätzt werden könnten.

Bis zu 14 Millionen Mehrkosten – „diese Größenordnung ist nicht unerheblich“, kommentierte Behnk und rief alle Beteiligten zum Dialog auf. „Man sollte Vernunft walten lassen angesichts der Multiprojektlage in Eutin“, sagte der Verwaltungschef.

„Die Summen sind gewaltig“, sagten die BI-Mitglieder Thorben Junge, Ivo Stock und Ursula Jacobsen-Priefer im OHA-Gespräch. Dennoch sei in den vorgelegten Zahlen „noch Luft nach unten“. Sie begrüßten zwar, dass die Stadt den Kostenrahmen mit Bordmitteln und nicht durch ein (kostenintensives) Planungsbüro hat kalkulieren lassen; jedoch merkten sie gestern an, dass „einige Fakten nicht berücksichtigt wurden“. So sei zum einen die Vermarktung des Standorts Berg und damit die Refinanzierung nicht enthalten. Zum anderen habe die Stadt Kosten für die Sporthalle am Güterbahnhof zu Grunde gelegt; und die seien höher, so Junge. Als einen weiteren Knackpunkt sieht das Trio die Raumgrößen an, die widersprüchlich seien. Generell sei aber gut, „das Bewegung in die Sache gekommen ist“, so Junge. Die BI steht zu ihrer Meinung, dass es das Beste sei, Grundschule und Gemeinschaftsschule am Standort See mit eigener Sporthalle neuzubauen und will nun eine Aufstellung erarbeiten. Generell sei man zum Dialog bereit. Und halte weiterhin am Bürgerbegehren fest.

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