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Fall Sibstin : Biogas-Anlage rückt ins Behörden-Visier

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nach der Veröffentlichung durch den Ostholsteiner Anzeiger: Das Landesumweltamt räumt Falschaussagen und Handlungsbedarf ein.

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erstellt am 02.Aug.2014 | 11:00 Uhr

Plötzlich gibt es amtlichen Handlungsbedarf für die seit März 2013 herrenlos wirkende Biogas-Anlage bei Sibstin: In einer Krisensitzung haben gestern Vertreter des Kreises und des Landes notwendige Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr erörtert. Als vorrangig dafür zuständig hat sich nun doch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) erklärt.

Tags zuvor war offiziell noch vom Gegenteil die Rede gewesen. Demnach habe das LLUR 2013 den Biogas-Betrieb der MARIKS GmbH bei Neustadt still legen lassen. Und weiter: „Da die Anlage selber technisch abgesichert und nicht in Betrieb ist, gibt es aktuell keine weiteren durch das LLUR zu betrachtenden Aspekte“, hatte das Amt den OHA beschieden. Im Gegensatz dazu hatten Bürger, aber auch Mitarbeiter des Kreises den desolaten Zustand der unter Insolvenzverwaltung stehenden Anlage sowie die Tatenlosigkeit auf Landesebene moniert (der OHA berichtete).

Nun also die Kehrtwende. In ihrem Zuge räumte ein LLUR-Sprecher auch ein, dass vom Amt doch noch keine Verfügung zur Stilllegung des Betriebes ergangen sei. Dies sei bei einer „weiteren Aufarbeitung der Geschehnisse“ ans Licht gekommen. Und: Man bedauere die dem OHA erteilte Falschauskunft.

„Das Landesamt ist voll zuständig und will jetzt handeln“, fasste Kreisbaudezernent Bernd Straßburger gestern auf Anfrage das Ergebnis des Behördengespräches in Eutin zusammen. Die konkreten Anordnungen, wie das leicht zugängliche Betriebsgelände gesichert werden muss, sollen nächste Woche ergehen.

Dabei werde auch geregelt, wie mit den noch in der Anlage befindlichen Biomassen und sonstigen dort gelagerten Stoffen verfahren werden soll. Besondere Aufmerksamkeit werde dem Leerpumpen der mit Folien ausgelegten Gülle-Lagune gelten. „Das muss sauber entsorgt werden“, kündigte Straßburger an.

Nach Informationen unserer Zeitung hat in dieser Woche auch der Wasser- und Bodenverband „Neustädter Binnenwasser“ das Landesamt auf die Gefährdungslage durch die ungesicherte Biogas-Anlage aufmerksam gemacht. Bei einem Störfall, ob durch Leckage oder Schrottdiebstahl verursacht, drohe ein gewaltiger Eintrag von belasteten Stoffen in das FFH-Gebiet „Kremper Wiesen“, warnt Verbandsvorsteher Thorsten Lorenzen.

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