Bildung, die begeistert

Mehr als 80 Seminarangebote umfasst das Programm der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte, das Claudia Burgdorf und Dr. Hauke  Petersen präsentieren.  Fotos: Schröder
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Mehr als 80 Seminarangebote umfasst das Programm der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte, das Claudia Burgdorf und Dr. Hauke Petersen präsentieren. Fotos: Schröder

Mehr als 1400 Teilnehmer kamen im vergangenen Jahr zu 70 Seminaren in die Gustav-Heinemann-Bildungsstätte – ein Rekord

shz.de von
14. Januar 2015, 11:51 Uhr

Das ist ein bemerkenswerter Bildungshunger: Markus Rohde hat sich eigens acht Urlaubstage genommen, um an der Winterwerkstatt der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte teilzunehmen. Noch bis zum 21. Januar beschäftigt sich der Finanzbeamte aus Flensburg mit 21 weiteren Seminarteilnehmern mit dem Wiener Kongress, der vor 200 Jahren die Neuordnung Europas nach der Niederlage Napoleons einleitete. „Ich war überrascht über das tolle Angebot hier“, lobt Rohde das Programm der 1968 ins Leben gerufenen Einrichtung, die von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Land gefördert wird.

Die Winterakademie spiegele den diesjährigen Themen-Schwerpunkt „Frieden und Krieg“ wieder, erläutert Einrichtungsleiter Dr. Hauke Petersen. „Wir wollen sehen, wie Kriege entstehen und wie sie verhindert werden können.“ Insgesamt bieten gut 40 Seminarleiter 81 Seminare an. Sie decken die Bereiche „Literatur, Film und Kulturgeschichte“, „Politische Bildung“, „Körper, Geist und Seele“, „Kreativität“ und „Studienreisen“ ab. Im vergangenen Jahr kamen bei einem vergleichbaren Angebot 70 Seminare zustande. Das seien so viele gewesen wie noch nie, erklärte Petersen. 1424 Teilnehmer kamen dafür nach Malente.

Ihr Programmheft hat die Bildungsstätte an 13  000 Adressen verschickt. Etwa ein Dutzend Seminare ist so nachgefragt, dass es bereits ausgebucht ist – beispielsweise „Hollywood gegen Hitler – Kino als Propaganda und Erziehung“ von Dr. Wolfgang Griep, „Die digitale Revolution – wie das Internet unsere Welt verändert“ oder „Der politische Jahresrückblick 2015“ beide von Dr. Udo Metzinger. Viele Seminare können auch mit einem fünftägigen Bildungsurlaub verknüpft werden, der Arbeitnehmern gesetzlich zusteht.

Sehr gefragt sind erfahrungsgemäß auch Aktiv-Seminare, bei denen etwa bei einer Kanu- oder Fahrradtour historische Aspekte der Region betrachtet werden. Schwerer haben es dagegen manchmal Themen, die nicht im Bereich Politik und Geschichte angesiedelt sind, etwa zu Gesundheit, weiß Verwaltungsleiterin Claudia Burgdorf. In diesem Jahr versucht es die Bildungsstätte beispielsweise mit „Mobbing vorbeugen“ oder „Burnout-Prophylaxe“.

Gefragt ist auf jeden Fall die Schreibwerkstatt, die zum Thema „Liebe“ noch bis zum 21. Januar läuft und mit der Winterakademie zu den traditionellen Seminaren am Jahresanfang gehört. Eine treue Teilnehmerin ist Johanna Kastendiek aus Uetersen (Kreis Pinneberg): „Ich komme seit 1999 hierher, mindestens einmal im Jahr“, berichtet sie und ist voll des Lobes über die intensive Atmosphäre, sowohl in den Seminaren, aber auch darüber hinaus: „Ich ertappe mich dabei, dass ich überhaupt nicht an zu Hause denke.“

> Das Programm der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte kann unter Telefon 04523/88097-0 angefordert werden. Außerdem ist es im Internet unter der Adresse www.heinemann-bildungsstaette.de einzusehen.

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