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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 23:10 Uhr

Bilanzsumme über 400 Millionen Euro

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Volksbank Eutin meldet „erfolgreiche Entwicklung in einem schwierigen Umfeld“

Unter niedrigen Zinsen leiden nicht nur Sparer, sondern auch die Banken. Die sehen sich außerdem einem anhaltenden Kosten- und Regulierungsdruck ausgesetzt. In diesem „schwierigen Umfeld“ habe sich die Volksbank Eutin erfolgreich weiter entwickelt, stellte gestern Vorstandsmitglied Matthias Benkstein in einer Vertreterversammlung in den Schlossterrassen fest.

69 Vertreter genehmigten gestern eine Bilanz, die in der 62-jährigen Geschichte der Genossenschaftsbank erstmals die 400-Millionen-Marke überstieg: Eine Bilanzsumme von 412,3 Millionen Euro waren ein Anstieg um 13,7 Millionen (3,4 Prozent). Danach hatte die Bank 11,6 Millionen Euro Kredite (plus 5 Prozent) mehr vergeben, die Kundeneinlagen stiegen um 13,5 Millionen Euro (plus 4,3 Prozent).

Die Volksbank betreue 27  000 Kunden mit knapp 900 Millionen Euro Kundenvolumen. An die 10  567 Mitglieder wird auf Kundenanteile wie in den zwölf Jahren zuvor eine Dividende von sechs Prozent gezahlt.

„Das Jahr 2015 war ein gutes Jahr für Eutin und Umgebung. Kunden und Mittelstand blickten optimistisch in die Zukunft. Das anhaltend niedrige Zinsniveau hat die Bereitschaft und den Mut, jetzt in die Firma oder die eigenen vier Wände zu investieren, zusätzlich beflügelt“, sagte Matthias Benkstein

„Investitionen, auch von Neukunden, sowohl im gewerblichen als im privaten Wohnungsbau stehen im Vordergrund der Nachfrage,“ ergänze Benksteins Kollege Hans-Wilhelm Hagen auf seiner letzten Vertreterversammlung als Vorstandsmitglied, er geht dieses Jahr in Ruhestand. An die Bausparkasse Schwäbisch Hall seien zusätzlich 14,8 Millionen Euro zinsgünstige Baudarlehen vermittelt worden.

Hagen weiter: „Des einen Freud, ist des anderen Leid – aktuell sparen unsere Kunden zinslastig überwiegend im Tagesgeldbereich und bilden damit kein Vermögen.“

In den 70iger Jahren habe man mit Zinsen sein Vermögen in zwölf Jahren verdoppeln können. Das gelinge bei einer Tagesgeldanlage heute nicht mehr. Hagen: „Eine Änderung ist nicht in Sicht, daher ist ein Umdenken in der Geldanlage erforderlich.“ Eine Lösung sei ein modernes Angebot des Finanz-Verbundes.

Der Vorstand zieht ein positives Fazit: Das Kreditvolumen sei ausgeweitet, mit neuem Geschäft seien sinkende Margen aufgefangen worden. Zudem gebe es hohe Reserven. Hans-Wilhelm Hagen sagte wörtlich: „Wir werden auch in fünf Jahren erfolgreich sein, selbst wenn das Zinsumfeld über längere Zeit so bleiben sollte. Zusammen mit dem genossenschaftlichen Finanzverbund verfügen wir über ein brillantes System.“

Ertragseinbußen seien absehbar, darauf habe die Volksbank Anfang des Jahres mit dem Abzug des Personals aus den Filialen in Hutzfeld, Garbek und Pönitz reagiert. In Niendorf, Haffkrug, Pönitz und Hutzfeld biete die Volksbank zusammen mit der Sparkasse einen Selbstbedienungsservice.

Hans-Wilhelm Hagen: „75 Prozent der Kunden betreten die Bank nur, um Geld am Automaten abzuheben.“ Auf zunehmende Digitalisierung und verändertes Kundenverhalten habe die Volksbank auch mit der neuen Telefon-Service-Filiale reagiert, die Öffnungszeiten an allen Wochentagen habe und hervorragend angenommen werden: „Rund 17  500 Anrufer habe dieses Angebot seit Januar schon in Anspruch genommen.“

Alle diese Schritte seien mit dem Ziel, die Bank zukunftsfähig zu machen, erfolgt, betonte Benkstein und setzte nach: „Wir haben eine hervorragende Ausgangsbasis. Der Verwaltungsneubau ist zugleich ein prägendes Zeichen für unseren Optimismus. Wir stehen auf einem gesunden Fundament unseres bewährten Geschäftsmodells.“

Die Aufsichtsräte Wolfgang Rahlf (Kaufmann aus Schürsdorf) und Martin Frommhagen (Kaufmann aus Rohlstorf) wurden in der Vertreterversammlung einstimmig wiedergewählt. Frank Kania (Kfz-Meister aus Eutin) rückte per einmütigem Votum neu in den Aufsichtsrat. Malermeister Mathias Döring (Eutin) schied gesundheitsbedingt aus.

Gastredner war der Kölner Prof. Dr. Klemens Skibicki (kleines Foto), Experte für digitale Transformation von Unternehmen und Gesellschaft. Er schilderte, wie sich Unternehmen an die neuen Rahmenbedingungen in ihrer Kultur und Unternehmensstruktur anpassen sollten, wenn sie die „Digitale Revolution“ überleben wollen.

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erstellt am 21.Jun.2016 | 10:54 Uhr

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