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Bilanz einer Alkoholfahrt: Auto Schrott, 600 Euro Strafe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Sich selbst hatte er teils erheblich an Armen und Beinen verletzt, das eigene Auto besaß nur noch Schrottwert – gestern erhielt der 26-Jährige aus Wittmoldt auch noch eine saftige Geldstrafe von 600 Euro und muss für insgesamt elf Monate seinen Führerschein abgeben. Das ist das Ergebnis einer Hauptverhandlung vor dem Plöner Amtsgericht. Dort musste sich der Unfallfahrer wegen vorsätzlichen Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten.

„Sie haben fahrlässig nicht nur Ihre eigene, sondern auch die Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel gesetzt“, erklärte Richterin Schwede dem Angeklagten. „Für mich haben wir es hier mit einem typisch alkoholbedingten Unfall zu tun.“ Doch was war eigentlich passiert? In der Nacht vom 3. auf den 4. November des vergangenen Jahres kam der zurzeit arbeitslose Einzelhandelskaufmann gegen 2 Uhr nachts auf dem Hauptweg in Richtung Bundesstraße 76 von der Fahrbahn ab und stürzte mit seinem Pkw eine knapp sechs Meter tiefe Böschung zum Kleinen Plöner See hinab. Bei dem Unfall erlitt der Fahrer mehrere Knochenbrüche, setzte aber mit letzter Kraft noch einen Notruf ab und wurde später zur Behandlung ins Universitätsklinikum Kiel gebracht. Dort ergab ein Alkoholtest noch knapp vier Stunden nach dem Unglück einen Wert von 0,71 Promille.

„Wenn man diese Angabe auf den Unfallzeitpunkt zurückrechnet, kommt für mich ein Promillewert heraus, der weit über dem Maß der absoluten Fahruntüchtigkeit liegt“, erklärte Richterin Schwede in ihrem Urteilsspruch. Erfolglos hatte Verteidiger Martin Glockner zuvor versucht, die Verwertung der Blutprobe vor Gericht zu verhindern. Der Angeklagte sei zum Zeitpunkt der Abnahme nicht ansprechbar gewesen und habe daher keine Genehmigung für den Vorgang geben können, begründete er. „Zudem hätte die Polizei schon beim ersten Verdacht auf Trunkenheit am Steuer einen Beweisrichter hinzuziehen müssen, was aber ebenfalls nicht passiert ist“, kritisierte Martin Glockner in seinem Plädoyer. Vergeblich forderte er Freispruch, doch zu überzeugend erklärten die als Zeugen geladenen Polizeibeamten nach Meinung des Gerichts letztlich das Vorgehen der Behörden.

Das Urteil folgte so im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft. Jedoch darf der Verurteilte schon in knapp vier Monaten wieder am Straßenverkehr teilnehmen, nachdem er den Führerschein durch einen vorläufigen Schuldspruch bereits vor sieben Monaten abgegeben hatte.

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erstellt am 13.Okt.2014 | 15:20 Uhr

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