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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 00:13 Uhr

Beziehung endete vor der Strafrichterin

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2013 | 00:32 Uhr

Das unschöne Ende einer Beziehung führte einen 30-Jährigen vor das Eutiner Strafgericht. Der Koch soll im Juni 2012 seine damalige Lebensgefährtin grundlos angegriffen, zu Boden gestoßen, geschlagen und getreten haben. Dafür musste er sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Am Ende stellte die Richterin das Verfahren ein. Allerdings muss der Lübecker 500 Euro Schadensersatz an seine frühere Lebensgefährtin zahlen.

Das Paar war mit der gemeinsamen Tochter gerade nach Ratekau gezogen. Zusammen gingen sie am 3. Juni 2012 aufs Dorffest. Beide hätten ziemlich viel Alkohol getrunken, erinnerte sich der Angeklagte. Wieder zu Hause habe seine Freundin die Tochter stillen wollen. „Ich aber wollte, dass sie ihr Brei gibt, sie hatte ja Alkohol getrunken“, schilderte der Angeklagte. Daraufhin sei seine Lebensgefährtin total ausgeflippt, habe ihn geschubst und geschlagen. „Da habe ich zurückgeschlagen“, so der Mann, der nach eigenen Aussagen in seinem ganzen Leben noch nie mit Gewalt zu tun gehabt habe. „Nicht nur, weil mein Vater Pfarrer ist. Sondern weil ich versuche, Dinge immer so zu klären.“

Ganz anders beschrieb ihn die inzwischen 25 Jahre alte Ex-Lebensgefährtin, die auch als Nebenklägerin auftrat. Schon während ihrer Schwangerschaft habe er ihr in den Bauch geschlagen. An jenem 3. Juni sei er mit der Tochter auf einmal verschwunden gewesen. Nach einiger Suche habe sie ihn dann in der gemeinsamen Wohnung gefunden. „Ich fragte ihn, weshalb er abgehauen ist“, sagte die Auszubildende mit leiser Stimme. Doch statt einer Antwort habe sie Schläge und Tritte bekommen. Am Hals und im Gesicht habe sie blaue Flecke gehabt. Irgendwann habe der Angeklagte aufgehört, sie zu treten. „Da bin ich aufgesprungen, habe die Kleine aus dem Bett geholt und bin weggelaufen“, sagte die 25-Jährige unter Tränen. Doch auch der Angeklagte wirkte sehr niedergeschlagen, nervös kaute er die ganze Zeit an seiner Unterlippe.

Am Ende stand es Aussage gegen Aussage, und da es keine Zeugen gab, einigten sich Richterin, Staatsanwältin, Verteidiger und Nebenklägervertreterin auf die Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung von Schadensersatz.

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