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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 21:07 Uhr

Intermar Malente : Bewohner setzen auf Dialog

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Verwalter Volker Moltzen hofft auf einen kurzfristigen Dialog mit Behörden und Politik, um die baurechtliche Problematik zu lösen.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 17:11 Uhr

Verständnislos: So hätten viele Bewohner auf die Meldung reagiert, dass der Kreis Ostholstein nun gegen dauerhaftes Wohnen im ehemaligen „Intermar“-Hotel vorgehen wolle, berichtet Volker Moltzen. Er ist Hausverwalter in der Immobilie am Dieksee. Natürlich mache sich der eine oder andere Gedanken, sagt Moltzen, aber: „Viele sind auch zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird.“

Zu den Betroffenen gehört auch Brigitte Schier, Mitglied des vierköpfigen Eigentümerbeirats im Intermar. Die ehemalige Berlinerin ist 2010 in ihre Wohnung gezogen. Sie fiel aus allen Wolken, als ihr klar wurde, dass sie dort aus baurechtlicher Sicht gar nicht dauerhaft wohnen darf. Denn das Gebäude liegt im Sondergebiet Kur, in dem nur Ferienwohnungen erlaubt sind. „Das war mir überhaupt nicht bewusst.“ Brigitte Schier bemängelt vor allem, dass die Gemeinde die Bewohner, auch in der Meldebehörde, nie auf die Problematik hingewiesen habe: „Die Gemeinde hätte sagen müssen: Das geht nicht“, kritisiert sie.

Besonders ältere Mitbewohner seien jetzt sehr verunsichert, sagt Brigitte Schier. Bereits Anfang der 80er Jahre seien die ersten Bewohner dauerhaft eingezogen, weiß Moltzen. „Es gibt Bewohner, die hier seit mehr als 20 Jahren ihren Wohnsitz haben.“ 150 Wohnungen gebe es derzeit im Intermar, etwa 70 Wohnungen würden dauerhaft genutzt.

Der Verwalter hofft auf einen kurzfristigen Dialog mit Behörden und Politik, um die baurechtliche Problematik zu lösen. Der Bedarf an Ferienwohnungen im Intermar sei mittlerweile überhaupt nicht mehr vorhanden. Auch andere Vermieter in Malente seien selbst in ihre Ferienwohnungen gezogen oder hätten diese dauerhaft vermietet. „Diesem Wandel sollten Gemeinde und Kreis Rechnung tragen und mit den Betroffenen in einen Dialog treten.“

Eines ist aus Moltzens Sicht ganz klar: „Aus wirtschaftlicher Sicht lässt sich das Gebäude nur erhalten, wenn man die Nutzung den Gegebenheiten anpasst.“ Bereits 2010 habe die Kommunalpolitik daher signalisiert, dass sie sich Gedanken über die baurechtliche Situation machen wolle. Aus Moltzens Sicht handelt es sich aber nicht nur um ein Problem des Intermars oder der Gemeinde: „Das ist ein Thema der Region, das im Dialog geregelt werden muss.“

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