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Eutiner Amtsgericht : Bewährungsstrafe für Eutiner Flaschenwerfer

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein 24-Jähriger traf den Besucher eines Feuerwehrfestes in Neudorf am Kopf. Das Eutiner Gericht verhängte vier Monate Haft auf Bewährung.

Auf Amtsrichterin Katrin Leinen machte der Angeklagte einen „verschüchterten“ Eindruck. Doch vor fast genau einem Jahr beim Feuerwehrfest in Eutin-Neudorf zeigte der 24-jährige Eutiner offenbar eine ganz andere Seite. In erheblich alkoholisiertem Zustand schleuderte er nach Überzeugung des Gerichts eine Bierflasche in Richtung eines Sicherheitsmanns, weil dieser ihn hinausgeworfen hatte. Allerdings traf die Flasche einen Unbeteiligten im Gesicht. Die Quittung: vier Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und fahrlässiger Körperverletzung. Außerdem muss der Angeklagte als Auflage 500 Euro an das Opfer des Flaschenwurfs zahlen.

Vor Gericht präsentierte sich der Angeklagte, der in einem Schnellrestaurant arbeitet, als Unschuldslamm. Ein anderer Gast der Party, mit dem er zunächst verbal aneinandergeraten sei, habe es auf ihn abgesehen gehabt. Als er im Begriff gewesen sei zu gehen, habe der vor der Tür seine Freunde gesammelt und in seine Richtung gezeigt. Deshalb habe er sich bewusst in die Nähe des
Sicherheitsmanns gestellt. Doch plötzlich habe er aus einer Gruppe heraus einen Schlag ans Kinn erhalten. Daraufhin sei er geflüchtet. Mehrere Leute seien hinter ihm hergelaufen. „Dann hab ich die Flasche willkürlich nach hinten geworfen“, schilderte der Angeklagte. Dass er einen Unbeteiligten getroffen habe, tue ihm sehr leid, betonte er mehrmals.

Der Getroffene, ein 23-jähriger Bauhelfer aus Eutin, erlitt ein eingerissenes Augenlid, eine angeknackste Nase und eine dicke Beule, deren Reste er heute noch ertasten kann. An die Geschehnisse vor dem Flaschenwurf erinnerte er sich etwas anders als der Angeklagte. So sei dieser unmittelbar zuvor mit einem Freund von ihm in Streit geraten. Es sei ihm jedoch gelungen, seinen Freund wegzuziehen. Zu diesem Zeitpunkt habe sich die Security bereits um den Angeklagten gekümmert.

Der betroffene Türsteher berichtete, dass er den Angeklagten an dem Abend bereits einmal hinausgeworfen hatte, weil er sich aggressiv verhalten habe. Er habe sich jedoch wieder beruhigt, worauf er ihn wieder hineingelassen habe. Später sei er aber wieder aggressiv geworden. „Der war nicht mehr runter zu bekommen.“ Nach einem kurzen Wortgefecht sei auch schon die Flasche geflogen. Dabei habe der Eutiner vor ihm gestanden und in seine Richtung geworfen. Er habe sich jedoch weggeduckt.

Der Angeklagte wirkte zum Tatzeitpunkt laut Zeugenaussage kräftig angetrunken. Eine Blutprobe ergab später einen Wert von 1,87 Promille. Vor Gericht konnte sich der junge Mann die Darstellungen der Zeugen nicht erklären und beteuerte abermals: „Ich habe nicht gezielt geworfen.“ Doch das mochte ihm der Staatsanwalt nach Anhörung der Zeugen nicht mehr glauben: „Ich nehme Ihnen das nicht mehr ab.“ Vermutlich habe er sich eine Rechtfertigungsstrategie zurechtgelegt. Glauben wollte der Staatsanwalt dem Angeklagten allerdings, dass ihn die Folgen seines Tuns betroffen gemacht hätten. Die Angelegenheit habe ihm schlaflose Nächte beschert, hatte der bis dahin unbescholtene Angeklagte erklärt.

Mit dem Strafmaß blieb Amtsrichterin Leinen einen Monat unter der Forderung des Staatsanwalts. Der Angeklagte, der ohne Anwalt gekommen war, nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an. Anschließend entschuldigte er sich noch einmal persönlich beim Opfer seines Flaschenwurfs.

 

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erstellt am 22.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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