Betrunken mit dem Auto Pizza geholt – 1600 Euro Geldstrafe

shz.de von
31. März 2017, 11:02 Uhr

Es wurden teure Pizzen, die ein 53-jähriger Autofahrer aus einem Dorf bei Lütjenburg in den späten Abendstunden des 22. August vergangenen Jahres aus einer Lütjenburger Pizzeria holte. Obwohl alkoholisiert, hatte er sich an das Steuer seines Wagens gesetzt. Auf der Rückfahrt passierte es dann: Innerhalb der geschlossenen Ortschaft Giekau geriet das Fahrzeug ins Schleudern und krachte gegen einen Wegweiser. Der Pkw hatte danach nur noch Schrottwert, die Straßenverkehrsbehörde stellte 1500 Euro für die Instandsetzung des Wegweisers in Rechnung.

Wegen Trunkenheit am Steuer und fahrlässiger Körperverletzung verurteilte das Plöner Amtsgericht den Unfallverursacher jetzt zu einer Geldstrafe von 1600 Euro und verlängerte den seit dem Unfall verhängten Entzug der Fahrerlaubnis um weitere drei Monate.

Für das Gericht stand fest, dass der Unfall auf die Alkoholisierung – die Blutprobe ergab 0,9 Promille - des Angeklagten und auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen war.

Schuld an dem Ganzen, so der Angeklagte, sei die Bitte seiner Tochter gewesen, sie und ihre 17-jährige Freundin so gegen 21 Uhr zu der besagten Pizzeria nach Lütjenburg fahren. Obwohl er an diesem Abend schon drei halbe Liter Bier getrunken hatte, habe er sich noch durchaus fahrtüchtig gefühlt und sei der Bitte der Tochter, wenn auch nur zögerlich, nachgekommen. An das eigentliche Unfallgeschehen habe er keine Erinnerung mehr, berichtete der Angeklagte, der mit einer klaffenden Kopfwunde und Prellungen in das Kreiskrankenhaus Preetz eingeliefert worden war. Zu schnell gefahren zu sein, stellte er aber nicht in Abrede. Der Angeklagte, so die als Zeugin geladene Freundin der Tochter, sei schon auf der Fahrt nach Lütjenburg sehr rasant gefahren – unmittelbar vor dem Unfall an die 120 km/h, obwohl die Fahrbahn nach ihrer Erinnerung nass gewesen sei. Sie selbst habe eine Gehirnerschütterung und ein Schleudertrauma erlitten, berichtete sie weiter. Neben dem Verlust des Fahrzeuges und der verhängten Geldstrafe kommen auch noch die Verfahrenskosten und die Auslagen für seinen Verteidiger auf den Verurteilten zu.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen