zur Navigation springen

Pflege : Betreuungsverein Ostholstein: „Wir leben“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nach dem insolvenzbedingten Aus des Mitbewerbers verzeichnet die Hilfseinrichtung eine verstärkte Nachfrage von Betreuern

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 13:00 Uhr

„Wir leben und haben auch weiterhin Angebote in reicher Zahl“, sagt Christian Burgdorf, Vorsitzender des Betreuungsvereins Ostholstein. Nach der Auflösung des Vereins für Personensorge und Betreuungen Ostholstein im März, den bis dato zweiten Betreuungsverein in Eutin, hatte es auch um den Status seiner Hilfseinrichtung Verwirrungen gegeben. „Ich wurde gefragt, ob ich jetzt arbeitslos bin“, erklärt Geschäftsführer Klaus Häring.

Dass dem nicht so ist, belegt ein Blick auf die Zahlen des Betreuungsvereins. In Zeiten des demografischen Wandels scheint die Nachfrage nach Unterstützung bei der Betreuung von hilfsbedürftigen Menschen größer denn je. „Seit Anfang Dezember werden die Beratungen, Anfragen zu Vorträgen und Mitgliedsanträge mehr. Gut möglich, dass dies mit der Auflösung des anderen Vereins zu tun hat“, so Häring. Innerhalb eines Jahres wuchs die Zahl der Mitglieder von 150 auf 170. Nach Vereinsangaben sind mehr als die Hälfte von ihnen als ehrenamtliche Betreuer tätig.

Unterstützung erhalten sie vom Betreuungsverein insbesondere in Fragen der Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und des Betreuungsrechts. „Die Beratungen sind sehr intensiv. Sie dauern selten unter einer Stunde. Pro Woche führen wir zwischen fünf und sechs durch“, sagt Häring. Da die kostenlosen Beratungsangebote nicht nur von Vereinsmitgliedern in Anspruch genommen werden können, ist der Etat mit 100 000 Euro entsprechend hoch. Gedeckt werden die Kosten jeweils zu einem Drittel vom Land, Kreis und aus Eigenmitteln, die der Betreuungsverein etwa durch Vorträge erwirtschaftet.

„Im Moment schaffen wir es, die Nachfrage zu decken. Die Möglichkeit besteht jedoch, dass die Arbeit mehr wird“, so Häring. Ein Problem stelle jedoch die zunehmende Überalterung des Kreises dar. „In Ostholstein gibt es zwischen 4000 bis 5000 Demenzkranke, davon allein in Eutin über 400“, verdeutlicht Burgdorf dies mit Zahlen.

Aus diesem Grund würden immer wieder neue ehrenamtliche Betreuer für pflegebedürftige Menschen gesucht. „Man muss Empathie für diese Menschen mitbringen, die auch nicht immer ganz einfach sind“, erklärt Häring die Grundvoraussetzungen für die Betreuertätigkeit. Als finanzielle Unterstützung erhält jeder ehrenamtliche Betreuer eine jährliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 399 Euro pro Mandat. Die Mitgliedschaft im Betreuungsverein bietet den Ehrenamtlern zudem eine beitragsfreie Unfallversicherung bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen