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Ostholsteiner Anzeiger

17. November 2017 | 22:23 Uhr

Betreuung der Kinder im Fokus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Neues Projekt: Kreis will Kita-Zeiten und -Plätze weiter ausbauen

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2017 | 10:51 Uhr

Es besteht noch immer Handlungsbedarf bei der Verteilung der Plätze in den Kindertagesstätten im Kreis Ostholstein. Das offenbarte die aktuelle Bestandserhebung der Kindertagesstättenbedarfsplanung. Sie wurde bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses unter Vorsitz von Kreistagspräsident Reinhard Sager (kl. Foto) vorgestellt.

Frank Cordua ging in seiner Präsentation der Ergebnisse auch auf die zeitliche Verzögerung ihrer Bekanntgabe ein. „In der Vergangenheit haben wir die Daten immer vom Statistikamt bekommen“, sagte er. Doch in diesem Jahr seien die Bevölkerungsdaten nicht rechtzeitig verfügbar gewesen, so dass sich die Verwaltung an die einzelnen Meldebehörden im Kreis wenden musste. „Allerdings sind die erhobenen Daten dadurch, dass sie direkt vor Ort gesammelt wurden, besonders präzise“, erklärte Frank Cordua. In Zukunft wolle man dieses Verfahren eventuell beibehalten.

Auch das Kita-Portal im Internet soll die Bedarfsplanung in den Gemeinden und im Kreis in Zukunft stärker unterstützen. „Es fehlen noch zwei Kommunen“, berichtete Frank Cordua.

Insgesamt sei Ostholstein in Bezug auf die Plätze in Kindertagesstätten gut aufgestellt, allerdings müsse auch weiterhin ein Ausbau erfolgen, fasste er zusammen. Das Klageverfahren, das ein Elternpaar angestoßen hatte, konnte zugunsten des Kreises entschieden werden. „Es ist uns gelungen, einen Platz nachzuweisen“, bekräftigte Frank Cordua. Allerdings betonte auch Reinhard Sager, dass solche Verfahren die Ausnahme bleiben sollen.

Um vor allem für alleinerziehende Eltern, die im Schicht-, Spät- oder Nachtdienst tätig sind, die Betreuungssituation noch weiter zu verbessern, betreut in Ostholstein ab sofort Heide Plücker das Bundesprojekt Kita-Plus. Das Ziel ist eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „In Zusammenarbeit mit den Trägern möchte ich eine flexible und bedarfsorientierte Strategie erarbeiten“, kündigte Heide Plücker an. Vorab haben die Eltern die Möglichkeit, im Internet ein entsprechendes Formular auszufüllen und sich auf diese Weise gemeinsam mit den Jobcentern an einer ersten Bedarfsanalyse zu beteiligen. In der anschließenden Planungsphase sollen dann Ideen für finanzierbare Öffnungszeiten entwickelt werden.

Für Diskussionen sorgte vor allem die Situation der Tagespflegepersonen. Ihre Ausbildung sei häufig mit hohen Privatkosten verbunden, kritisierte die Gleichstellungsbeauftragte Silke Meints. Alfred Grüter wies ihre Forderung nach einer finanziellen Förderung durch den Kreis zurück. „Die Qualität muss über die Quantität gestellt werden“, so Alfred Grüter. Er befürchte negative Effekte und wies darauf hin, dass der verhältnismäßig hohe Aufwand für die in das Arbeitsfeld einsteigende Personen für eine spezifische Qualität des Angebotes sorge. Er zeigte sich allerdings gesprächsbereit für weitere Überlegungen zur Steigerung der Attraktivität der Tätigkeit in der Tagespflege.

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