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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 12:51 Uhr

Sierhagen : Beste Werbung für den Agrarkreis

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ausblick auf den Bundesentscheid im Leistungspflügen auf Gut Sierhagen. Lokalmatador Oliver Hansen aus Kasseedorf ist am Start

Ende September wird sich auf Gut Sierhagen alles um Beete, Spaltfurchen und den Zusammenschlag drehen. Dann ruft der Deutsche Pflügerrat die Besten im Umgang mit Beet- und Drehpflug zum Bundesentscheid im Leistungspflügen nach Ostholstein zusammen. Beim Beetpflügen auch mit dabei ist Lokalmatador Oliver Hansen aus Kasseedorf.

Organisator Bernd Schulze-Entrup stellte die Veranstaltung, zu der am 24. und 25. September mehrere tausend Besucher erwartet werden, zusammen mit Landrat Reinhard Sager, Amtsvorsteher Hans-Peter Zink und dem Grundeigentümer Carl Graf von Scheel-Plessen gestern vor. Auf einem 46 Hektar großen Weizenschlag in Sichtweite des Gutes werden etwa 40 Pflüger um maximal 120 Punkte für ihr Beet, wie das 100 mal 18 Meter große Stück Stoppelacker für den Wettbewerb genannt wird, kämpfen.

Die beiden Erstplatzierten werden 2018 Deutschland bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land, auf Gut Einsiedel südlich von Stuttgart vertreten. Aber auch auf die Pflüger auf Platz drei und vier kommt großes zu. Sie fahren zur Europameisterschaft.

Dass Schleswig-Holstein und damit Ostholstein zum Ausrichter wurde, verdankt es der Absage des Saarlandes, das vom Deutschen Pflügerrat eigentlich auserkoren war. Dort gab es jedoch keine verbindliche Zusage des Grundeigentümers. Das sei in Sierhagen ganz anders, so Schulze-Entrup. Als er als stellvertretender Vorsitzender des Pflügerrates von der Absage erfahren habe, habe er direkt mit Graf von Scheel-Plessen Kontakt aufgenommen und eine schriftliche Zusage des 1650 Hektar großen Betriebes habe nicht lange auf sich warten lassen. Unterstützung habe es auch sofort vom Landrat gegeben, der die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) mit ins Boot holte.

Während in anderen Bundesländern in der Regel das Landwirtschaftsministerium die Verwaltungsarbeit für die Ausrichtung übernimmt, hatte Schulze-Entrup hier eine Absage erhalten, obwohl Minister Robert Habeck die Schirmherrschaft übernommen hat. Eine öffentliche Verwaltung sei jedoch zwingend erforderlich, da der Bundesentscheid vom Bundeslandwirtschaftsministerium mit 75  000 Euro gefördert werde. Da auch beim ausrichtenden Amt Ostholstein-Mitte, zu dem die Gemeinde Altenkrempe gehört, in der das Gut Sierhagen liegt, keine Kapazitäten dafür zur Verfügung standen, sprang die Egoh ein. Ein Umstand den auch Amtsvorsteher Zink, gleichzeitig Bürgermeister in Altenkrempe, äußerst positiv bewertete.

Landrat Sager erkannte in dem Bundesentscheid gleich „ein Thema mit entsprechender Bedeutung“, wie er selbst sagt. „Wir sind ein Agrarkreis, deshalb passt es zu uns.“ Zudem mache das Event Ostholstein über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Schulze-Entrup: „Bei gutem Wetter kommen schnell 15  000 Besucher. Bei Regen sind es noch 5000.“

Die Wettbewerbsteilnehmer, die im Sport- und Bildungszentrum Malente untergebracht werden, reisen meist schon eine Woche vor dem offiziellen Beginn am 22. September an, um sich mit den Bodenverhältnissen vertraut zu machen. Das Leistungspflügen werde von den Teilnehmern sehr ernst genommen. „Ich halte den Pflug für eines der komplexesten Geräte in der Landwirtschaft“, verweist Schulze-Entrup auf die vielen Einstellmöglichkeiten die je nach Bodenbeschaffenheit und Witterung eingestellt werden müssen. Daher sei das Wettpflügen auch ein wichtiger Beitrag zur Aus- und Weiterbildung in der Landwirtschaft. Für einen extra für Wettbewerbe gefertigten Pflug könne man 50  000 Euro veranschlagen. Zum Wettbewerb gehöre aber auch ein Wissensteil, der schon manches Mal über die Platzierung im Spitzenfeld entschieden habe. Zusätzlich sollen mit einem Bundesentscheid aber auch die Landjugend und die ländlichen Räume, und damit nicht zuletzt der Tourismus, gefördert werden. So werden die Teilnehmer nach ersten Planungen am Exkursions-Tag den Bungsberg, das Oldenburger Wallmuseum, das Meereszentrum auf Fehmarn und den Hansapark kennen lernen. So hofft auch Zink, dass sich der eine oder andere Besucher von der Schönheit der Gegend zu einem weitergehenden Urlaubsbesuch inspirieren lässt.



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