Berufswahl ohne Reue

Alexander Radü hat in den kommenden zwei Jahren das Kommando in Eutin.
Alexander Radü hat in den kommenden zwei Jahren das Kommando in Eutin.

Alexander Radü hatte sich bewusst für Laufbahn bei den Aufklärern entschieden

shz.de von
12. Mai 2015, 16:51 Uhr

Sein Vater war kein Soldat, gehörte zu den sogenannten „weißen Jahrgängen“. Aber beruflich hatte er viel mit der Bundeswehr zu tun und seinem Sohn empfohlen: Da gebe es eine gute Ausbildung und schnell Aufgaben mit Verantwortung für andere Menschen.

So entschied sich Alexander Radü schon während seiner Schulzeit für eine Karriere bei der Bundeswehr. Nach dem Abitur begann er 1992 seine Karriere bei den Panzeraufklärern in Augustdorf nahe Detmold. Am 17. April dieses Jahres wurde ihm offiziell das Kommando für das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ in Eutin übertragen.

Den Weg zu den Aufklärern habe er 1992 bewusst gewählt und sie bis heute nicht bereut: „Es ist das hohe Maß an Selbstständig und Verantwortung, dass von Aufklärern gefordert wird. Wenn ein Zug mit zwei Fenneks 70 Kilometer weit weg ist, dann wird von den sechs Mann ein hohes Maß an Selbstständigkeit gefordert und der Kommandeur muss ihren Aussagen vertrauen.“

Radü war in Augustdorf und in Lüneburg, bevor er an der Bundeswehr-Universität in München Vermessungswesen studierte. Als Zugführer kehrte er nach Augustdorf zurück, weitere Stationen waren als Kompaniechef bei den Gepirgspanzeraufklärer in Freyung und bei den Aufklärern in Sontra, er war in verschiedenen Verwendungen in Munster und vor der Versetzung nach Eutin Offizier für militärisches Nachrichtenwesen bei der Division in Hannover.

Eine Erfahrung findet Radü bemerkenswert: An allen Aufklärer-Standorten seien die Verbindungen zur Bevölkerung eng gewesen. In Freyung seien sogar die Schützenvereine der Patengemeinden bei Appellen zusammen mit den Kompanien angetreten.

Für seine Zeit in Eutin hat sich Radü vorgenommen, dass die verschiedenen Fähigkeiten der Aufklärung über die Strukturen der Kompanien hinweg stärker vermittelt werden. Eine besondere Herausforderung wartet mit der Entsendung eines großen Kontingentes, das 2016 ein halbes Jahr lang Leitverband im Kosovo werden soll.

Für Alexander Radü ist auf dem Balkan kein Posten vorgesehen: Ihm ist die Chance beschieden, die zwei Jahre Verwendung als Kommandeur auch tatsächlich komplett in Eutin zu bleiben.

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