Berufsleben kennen lernen

Jascha Blunck und Philipp Horch (v.  li.) haben in ihrem FSJ einen Trommelkurs angeboten. Die Werkstattmitarbeiter Johann Grauert, Stefan Thede und Dirk Schöning machten begeistert mit.
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Jascha Blunck und Philipp Horch (v. li.) haben in ihrem FSJ einen Trommelkurs angeboten. Die Werkstattmitarbeiter Johann Grauert, Stefan Thede und Dirk Schöning machten begeistert mit.

Einblick in die Arbeit von FSJlern bei Horizonte Ostholstein / Noch Plätze in Einrichtungen frei

shz.de von
06. Juni 2014, 15:51 Uhr

„Ich bin viel offener geworden und vorurteilsfreier“, sagt Philipp Horch. Der 17-Jährige absolviert gerade die letzten Wochen seines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) bei Horizonte Ostholstein. In der Werkstatt für angepasste Arbeit in der Siemensstraße begleitet er Menschen mit Beeinträchtigungen. Er sei froh, nach der Schule nicht gleich in die Ausbildung gestartet zu sein, sondern erst einmal ein anderes Arbeitsfeld kennen gelernt zu haben. Sein Traumberuf ist aber immer noch der alte: Er möchte Tischler werden und freut sich, dass er schon einen Ausbildungsplatz sicher hat.

In seinem FSJ hat er nicht nur Menschen mit Beeinträchtigung im Alltag begleitet, sondern konnte auch eigene kleine Projekte realisieren. Gemeinsam mit seinem FSJ-Kollegen, Jascha Blunck (21), einem passionierten Musiker, baute er Trommeln aus Sperrholz und bot einen Trommelkurs an. Acht Interessierte machten mit, gestalteten eigene Cajons und spielten gemeinsam „We will rock you“.

„Ein FSJ ist die beste Möglichkeit, das Berufsleben kennen zu lernen. Eigentlich sollte das jeder machen“, findet Jascha Blunck. Der Eutiner hat jetzt vor, sein Interesse an Musik mit seinen neuen Erfahrungen zu kombinieren. Er plant, Musikwissenschaften und Pädagogik zu studieren.

Die 20-jährige Saskia Zettier aus Liensfeld beginnt demnächst eine Ausbildung als Automobilkauffrau. In der Werkstatt für angepasste Arbeit will sie aber weiterhin ehrenamtlich mitarbeiten, so sehr hat ihr FSJ sie überzeugt. Besonders toll fand die begeisterte Reiterin, dass sie an zwei Tagen eines ihrer Ponys mit zur Arbeit bringen durfte. Der 19-jährige Shetty-Wallach „Stormy“ habe sich kraulen und streicheln lassen, erzählt sie: „Das fanden viele sehr schön. Gerade Menschen mit schweren Beeinträchtigungen hat das gefallen.“

Derzeit sind in den Werkstätten und den Wohnhäusern für Menschen mit Beeinträchtigungen in Eutin, Oldenburg, Heiligenhafen und Schwentinental noch einzelne FSJ-Plätze frei. Auch für Interessierte jenseits der Altersgrenze von 26 Jahren kann eine Mitarbeit in Frage kommen, denn sie können sich für den Bundesfreiwilligendienst bewerben. Weitere Infos gibt’s bei Monika Imhäuser unter
Tel. 04521/799316 oder per E-Mail: imhaeuser@horizonte-oh.de.

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