Berühmter Bildhauer hilft Mädchen-Club bei Tierheim-Spende

Freude über die Spende: (v.li.) Stine Leffler (11), Florentine von Roth (10) und Janne Scharf (9) übergaben, unterstützt von Florentines Bruder Oskar (7), die in Sagau gesammelten 120,40 Euro an Barbara Mohr, stellvertretende Leiterin des Eutiner Tierheims.
Freude über die Spende: (v.li.) Stine Leffler (11), Florentine von Roth (10) und Janne Scharf (9) übergaben, unterstützt von Florentines Bruder Oskar (7), die in Sagau gesammelten 120,40 Euro an Barbara Mohr, stellvertretende Leiterin des Eutiner Tierheims.

shz.de von
20. März 2017, 16:17 Uhr

Eine nicht alltägliche Spende bekam Barbara Mohr jetzt im Eutiner Tierheim übergebe. 120,40 Euro hatten die Freundinnen Florentine von Roth, Janne Scharf und Stine Leffler in Sagau an zwei Nachmittagen gesammelt. Wie gut der Tierschutzverein das Geld gebrauchen kann, macht die 2. Vorsitzende gleich deutlich: „Die Kastration einer Katze kostet 120 Euro, bei einem Kaninchen-Bock sind es 55 Euro.“

Alles begann einen Monat zuvor, als Florentine einen Kumpel für ihr Kaninchen „Sternchen“ suchte und mit dem Albino „Flocky“ im Tierheim am Beuthiner Weg fündig wurde. Die drei Mädchen entschieden daraufhin für das Tierheim zu sammeln. „Wir wollten schon immer mal was für Tiere machen. Aber mehr so für Eisbären“, sagt Stine die Motivation. Bei Florentines Eltern, auf dem Dachboden der alten Dorfschule in Sagau, haben die Mädchen einen Clubraum. „Da treffen wir uns und diskutieren und hören die Kindernachrichten auf NDR Info“, berichtet die Zehnjährige von den Zusammenkünften des Mädchen-Clubs „Fjest“. Der Name setzt sich aus
den Anfangsbuchstaben der drei Freundinnen zusammen. „Das kam einfach so dazu“, zuckt Florentine auf die Frage nach dem überzähligen „e“ im Club-Namen mit den Schultern. Die neunjährige Janne ergänzt: „Wir sind ein bisschen Detektive, aber nicht so richtig.“

Mit detektivischem Gespür haben die Mädchen auf dem Dachboden unzählige noch eingeschweißte Bildbände mit Werken des Bildhauers Pierre Schumann an das Licht gefördert. Damit war der Plan perfekt. „Wir sind durchs Dorf gegangen und haben die Bücher zum Kauf angeboten“, sagt Florentine. Es haben allerdings nur wenige das Buch erworben. „Viele haben einfach so gespendet, als sie gehört haben wofür wir sammeln.“

Die Frage, wie die Bücher auf den Dachboden gelangt sind, ist einfach beantwortet. Pierre Schumann, der am 28. Mai seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, lebte und arbeitete über Jahrzehnte in der alten Schule in Sagau, bis seine Erben sie verkauften. Im ehemaligen Klassenraum und späteren Atelier des Bildhauers hat Familie von Roth nun ihre Küche. Noch heute befindet sich in einem Raum des großen Gebäudes eine kleine Galerie, die nach vorheriger Anmeldung bei Jan Oellrich (Telefon 0151/67310507) zu besichtigen ist.

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