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Jugend trainiert für Olympia : Berlin war eine Reise wert

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Turnerinnen der Voß-Schule bestätigen beim Bundesfinale die Leistungen des Landesentscheids.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2014 | 11:39 Uhr

Beim Blick auf die Ergebnisliste fiel Sportlehrerin Pamela Pantel aus allen Wolken. „Jugend trainiert für Olympia darf nicht sterben“, stand auf der Internetseite der Organisatoren. So bekam die Teilnahme der Turnerinnen der Eutiner Johann-Heinrich-Voß-Schule am Bundesfinale des Wettbewerbs in der Wettkampfklasse IV, dazu gehören die Geburtsjahrgänge 2001 bis 2004, einen bitteren Beigeschmack.

Mit der Reduzierung der Mittel um 350 000 Euro hat der Sportausschuss des Deutschen Bundestages die Verantwortung in die Länder verlagert. „Der Schulsport-Wettbewerb steht nicht vor dem Aus. Breitensport und Schulsport sind nun mal Ländersache. Es macht Sinn, dass sich der Staat auf seine eigentlichen Aufgaben der Sportförderung konzentriert“, sagte die Ausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) – und sorgte in Berlin bei den Teilnehmern der Frühjahrsfinals für große Bestürzung.

Die Eutiner Turnerinnen bestätigten in Berlin ihre Leistungen aus dem Landesfinale. In der Endabrechnung sprang für die Sportlerinnen der 14. Platz heraus. Sie lagen nur einen Punkt hinter dem Landessieger aus Berlin-Brandenburg. Wegen des Termins unmittelbar nach den Osterferien hatten die Sportlehrerinnen Birgit Behr und Pamela Pantel mit den Schulturnerinnen auch in den Ferien trainiert.

Bei dieser Art von Wettkampf müssen Mannschaften, die auch gemischtgeschlechtlich antreten können (je nach Überzahl des Geschlechts zählt sie zu den Jungen- oder Mädchenmannschaften) zwei verschiedene Gerätebahnen, bestehend aus den Geräten Reck, Boden und Sprung oder Balken, Boden und Barren turnen. Die dritte Gerätebahn beinhaltet drei Synchronübungen: Schattenrollen, Schatten-Hockwenden und Partnerübungen. Außerdem gibt es drei Sonderprüfungen: Standweitsprung, Stangen- oder Seilklettern und Staffellauf.

Schon beim Einturnen mussten die Eutinerinnen einen Rückschlag verkraften. „Magali Schönian verletzte sich bereits beim Einturnen und biss sich mit einem verdrehten Knie durch den Wettkampf“, berichtet Sportlehrerin Pamela Pantel.

Wie beim Landesfinale überzeugten die Mädchen vor allem beim Standweitsprung. Obwohl sie ihre Leistungen um insgesamt knapp einen Meter verringerten, belegten sie in der Rangfolge der Bundesländer den respektablen siebten Platz. Auch beim Synchronturnen konnten die Schülerinnen aus Eutin ihre Leistungen abrufen und waren mit der Bewertung durch die Kampfrichter sehr zufrieden: 16,20 von 18 Punkten und damit Platz zehn.

Auch an Gerätebahn A und vor allem Gerätebahn B zeigten die Voß-Schülerinnen sichere Übungen und erhielten sehr zufriedenstellende Wertungen: Emily Reinke erhielt 5,40; Helena Georgiadis 5,30 von jeweils 6 Punkten. Aber auch die Teilnehmer der anderen Bundesländer waren an diesen Gerätebahnen sehr stark und turnten die Übungen im Durchschnitt noch präziser als die Eutinerinnen. Beim Stangenklettern war Luisa Schneider mit 5,87 Sekunden die schnellste Voß-Schülerin und auch Tabea Werbonat mit 6,40 Sekunden vorne dabei.

Nach ihrem Wettkampftag feuerten die Eutinerinnen die Heikendorfer Turnerinnen bei ihrem Wettkampf in der Wettkampfklasse III an. Sie belegten einen sehr guten achten Platz.

Eine Führung durch das Olympia-Stadion, eine Sightseeing-Tour, ein Musicalbesuch sowie ein Empfang in der schleswig-holsteinischen Landesvertretung füllten die wettkampffreien Tage.

Am Freitagabend endete das Bundesfinale mit den Finalspielen des Rollstuhlbasketballs von „Jugend trainiert für Paralympics“, die zeitgleich in Berlin stattfanden, sowie einer gemeinsamen eindrucksvollen Abschlussveranstaltung in der Max-Schmeling-Halle, bei der die ersten drei Sieger aus den Sportarten Basketball, Badminton, Handball, Tischtennis, Goalball, Rollstuhlbasketball, Gerätturnen und Volleyball geehrt wurden.

„Wenn der Wettbewerb nicht mehr stattfände, wäre das sehr traurig“, meint Pamela Pantel. Für Generationen von Schülern war und ist „Jugend trainiert für Olympia“ ein wichtiger Bestandteil ihrer Schullaufbahn. Vor allem der Bundesentscheid, der Vergleich und der Kontakt zu Sportlern aus anderen Sportarten und Bundesländern und das Erlebnis in der Bundeshauptstadt sorgten für bleibende Erinnerungen.

 

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