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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 12:28 Uhr

Benz gegen Projekt für Nahwärme

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dorfschaft zeigt dem Projektplaner die kalte Schulter

Der Traum von einem Nahwärme-Musterprojekt in Benz aus regenerativer Energie ist geplatzt. Bei einem Treffen im „Benzer Hof“ wurde jüngst deutlich, dass in dem Dorf niemand ernsthaftes Interesse an der Gründung einer Energiegenossenschaft in Zusammenhang mit Planungen der Schönberger Unternehmerfamilie Stoltenberg hat.

Wie berichtet, sollte demnach die Wärmeversorgung der 120 Haushalte in Benz mit einem Blockheizkraftwerk und zwei Erdwärmepumpen in genossenschaftlicher Form erfolgen. Hartmut Bödecker vom Genossenschaftsverband erläuterte zwar die formalen Bedingungen dafür, aber das blieb Theorie. Denn Dorfvorsteher Fritz Kamkalow konfrontierte den Projektplaner Hermann Stoltenberg mit Unterschriften aus 110 Haushalten, die eine Teilnahme an dem Vorhaben ablehnten und auch keine Werbung mehr in dieser Sache wünschten. Der Dorfvorsteher begründete
dies mit erheblichen Zweifeln an der wirtschaftlichen und technischen Tragfähigkeit des Projektes. Es mangele nicht nur an der Teilnahmebereitschaft, sondern auch an einer überzeugenden und bis ins Detail ausgearbeiteten Planung.

Projektverfechter Hermann Stoltenberg reagierte „mehr als erbost“ auf Kamkalows Unterschriftensammlung und warf ihm vor, sein Amt als Dorfvorsteher für Stimmungsmache „missbraucht“ zu haben. Für Benz sei „eine einmalige Chance vertan“, denn bei Projektkosten von gut 2 Millionen Euro hätte die Chance auf fast ein Drittel Fördermittel bestanden. Ganz gestorben seien seine Pläne aber nicht: „An Benz werden wir uns nicht länger ärgern. Wir haben genug Anfragen von anderen Orten, auch aus Ostholstein.“

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erstellt am 03.Nov.2014 | 10:08 Uhr

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