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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 12:20 Uhr

Beltquerung wird in Frage gestellt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dänen sehen Milliardenprojekt in Gefahr / Erörterungstermin in Lübeck

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 14:07 Uhr

In der Diskussion um die Kostensteigerung und die Verzögerungen bei den Planungen des Fehmarnbelt-Tunnels hat Dänemarks Transportminister Magnus Heunicke gestern erstmals offen ausgesprochen, dass das Milliardenprojekt gefährdet ist. Sollte die staatliche dänische Projektfirma Femern A/S die Kosten nicht senken können, „lässt sich die Verbindung nicht machen,“ sagte der Minister in einem Interview.

Zuvor hatte Femern erklärt, die Baukosten würden nicht wie ursprünglich geplant bei 5,5 Milliarden Euro liegen, sondern auf 6,6 Milliarden steigen (wir berichteten). Zudem könnte der EU-Zuschuss geringer ausfallen als erwartet. „Das ist nicht akzeptabel“, sagte Heunicke, „es ist nicht realistisch, dieses Projekt mit so hohen Preisen zu verwirklichen.“

Bettina Hagedorn, Bundestagsabgeordnete aus Ostholstein, warnt vor einer Schönrechnerei. „Diese eklatante Kostensteigerung von 1,2 Milliarden Euro offenbart die bislang geschönte Kostenkalkulation von Femern A/S.“ Hagedorn kritisiert außerdem die zu „optimistisch kalkulierten Maut-Einnahmen“ und Subventionen. „Femern A/S muss jetzt seiner umfassenden Informationspflicht nachkommen und eine belastbare Kostenkalkulation vorlegen“, forderte Hagedorn.

Magnus Heunicke ärgert sich indes auch über Verzögerungen in Deutschland. Darüber werde er am Dienstag in Berlin mit seinem Kollegen Alexander Dobrindt sprechen. Die Verzögerungen gab auch Bahn-Projektleiter Bernd Homfeldt gestern zu. „Wir hängen zeitlich etwas hintendran“, sagte Homfeldt gestern in Lübeck. Dorthin hatte das Eisenbahnbundesamt rund 100 Vertreter des Kreises Ostholstein, der Gemeinden, von Verbänden und Bürgerinitiativen zu einem Abstimmungstermin – „Scoping“-Verfahren genannt – eingeladen. Bei dem Treffen sollte es eigentlich um vorläufige Untersuchungsrahmen der Umweltverträglichkeitsstudie gehen. Doch schnell wurde der große Klärungsbedarf insbesondere der betroffenen Gemeinden deutlich. Anstelle von Umwelt-Fragen ging es ausführlich um Inhalte rund um die verschiedenen Trassenvarianten. Seite 4

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