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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 05:43 Uhr

Fehmarn : Beltquerung: Badeorte bleiben verschont

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Landesregierung beschließt heute die Umgehungsroute für die Badeorte an der Ostsee. Der Bahnverkehr soll dann nicht mehr durch die besiedelten Gebiete laufen. Stattdessen würden die Züge künftig entlang der A 1 rollen.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 11:58 Uhr

Puttgarden | Auf einer weitgehend neuen Trasse nahe der A 1 werden künftig die Züge von Lübeck zum Fehmarnbelttunnel bei Puttgarden rollen. Der geplante Schienenstrang umgeht dabei die Badeorte an der Lübecker Bucht - und wird auch an Lensahn, Ratekau und Großenbrode vorbeigeführt. Die bestehende Trasse soll nicht mehr genutzt und zurückgebaut werden. Das ist das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens, das am Dienstag in Kiel vorgestellt wurde.

Demzufolge können viele Bürger zwischen Timmendorfer Strand und Sierksdorf aufatmen: Ihnen soll das Rattern von Güterzügen durch ihre Wohnorte erspart bleiben. Der Trassenvorschlag aus Kiel legt fest, dass der Bahnverkehr künftig nahe der Autobahn verläuft, auf der Ostseite der A1. Mit den Umgehungen von Lensahn und Großenbrode wird auch der Straßenverkehr entlastet. Konfliktbehaftet bleibt aber die empfohlene Trassenführung im Bereich Ratekau.

„Die jetzt ermittelte Trasse umfasst etwa 55 Kilometer Neubaustrecke. Für die bestehende Strecke zwischen Lübeck und Bad Schwartau wird der Ausbau der bestehenden Strecke empfohlen", sagte Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele. Weiter sagte er, dass die bisherige Bahnstrecke entlang der Badeorte stillgelegt werde, sobald die neue Trasse fertiggestellt ist.

Der Kabinettsbeschluss ist das Resultat des Raumordnungsverfahrens, in dem eine regional verträgliche Lösung für die Schienen-Anbindung zur festen Fehmarnbelt-Querung (FBQ) gesucht wurde. Die Strecke soll laut deutsch-dänischem Staatsvertrag bis zur für 2021 geplanten Eröffnung der Tunnelverbindung elektrifiziert, bis 2028 zweispurig ausgebaut sein. Ab dem Jahr 2025 werde dann mit 140 Zugfahrten täglich gerechnet. Davon 80 im internationalen Gütertransport, der bislang über die 160 Kilometer längere Jütland-Route nach Hamburg geführt wird.

Handfeste Argumente für eine neue Trasse lieferte eine vom Kreis Ostholstein vorgelegte Betroffenheitsanalyse. Sie schlug nach Berechnungen von Lärmlasten und Bevölkerungszahlen eine neue Bahntrasse nahe der A 1 vor. Verbunden damit war der Erhalt des alten Schienenweges durch zahlreiche Orte für den Nahverkehr.

Die Fülle der Einwendungen und Stellungnahmen von Anwohnern sorgte für eine Verlängerung des Raumordnungsverfahrens, das ursprünglich bereits im Spätherbst 2013 abgeschlossen sein sollte. Aufhorchen ließ dann Ende März die Information beim Dialogforum Fehmarnbeltquerung in Oldenburg, dass Ministerpräsident Torsten Albig persönlich am 6. Mai das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens mitteilen wolle.

Bei einer Veranstaltung mit deutschen und dänischen Jugendlichen auf Fehmarn verriet der Regierungschef nebenbei, dass ihm für Ostholstein eine Trasse mit vielen Umfahrungen von Siedlungsbereichen am liebsten sei – ein Wunsch, den auch Landrat Reinhard Sager bei der Jubiläumsveranstaltung des Unternehmensverbandes Ostholstein-Plön jüngst als „Erwartung des Kreises“ proklamiert hatte.

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