zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 15:51 Uhr

Beirat als Wunderwaffe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schönwalde: Ein Beirat soll die Tourismusprobleme lösen und Dorfentwicklung stärken

von
erstellt am 27.Mär.2015 | 14:03 Uhr

Einstimmig hat die Schönwalder Gemeindevertretung die Bildung eines Beirates zur Förderung von Kultur, Tourismus und Bungsberg beschlossen. Er soll endlich wieder Ordnung und Ruhe in alle Fragen rund um den Tourismus in der Bungsberggemeinde bringen.

Mit der Auflösung des Fremdenverkehrsvereins, der per 14. Februar aus dem Vereinsregister gelöscht ist, ist der Ansprechpartner für die Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) weggefallen. Eine Alternative, um Schönwalde und den Bungsberg mit Veranstaltungen attraktiver zu machen, war Ende 2014 gescheitert: Nicht zuletzt aufgrund persönlicher Anfeindungen stellte das ehrenamtlich tätige Bunsgbergbüro in Person von Angelika Weppler die Arbeit ein, zumal dessen Integration in den Zweckverband Bungsberg blockiert worden war.

Sowohl bei der Attraktivitätssteigerung als auch beim Kontakt zur Tourismuszentrale setzt man nun in der Gemeindevertretung auf den Beirat. Allerdings wurden in der Sitzung bereits erste Stimmen laut, die Zusammenarbeit mit der TZHS aufzukündigen. Das regte die stellvertretende Bürgermeisterin Bärbel Seehusen (SPD) an, als sie den Antrag ihrer Fraktion zur Bildung des Beirates begründete.

Alexandra Schnoor (CDU) pflichtete Seehusen bei. Die Vorsitzende des Sozialausschusses sah Schönwalde im Internetauftritt der TZHS nicht ausreichend repräsentiert und wollte die 12  000 Euro jährlichen Beitrag zur TZHS lieber in die Fortführung der Internetseite des Fremdenverkehrsvereins investiert sehen. Das gehe sicherlich nicht ehrenamtlich, da waren sich Seehusen und Schnoor einig, und regten eine Honorarkraft für diese Aufgabe an.

Seehusen stellt sich eine Homepage vor, auf der man alles rund um Schönwalde findet, vom Tourismus bis zu Vereinen und der kommunalen Selbstverwaltung. Das Angebote, die Darstellung Schönwaldes auf den Seiten der TZHS zu verbessern, das Per Köster im Namen der TZHS nach Gesprächen mit der CDU-Fraktion und dem Bürgermeister schriftlich unterbreitet hatte, bezeichneten Seehusen und Schnoor als „unfreundlich“ und „böse“.

Die übrigen CDU-Vertreter sahen das anders. Michael Schumacher bescheinigte der TZHS in dem Gespräch ein kompetentes Auftreten und hohe Motivation. Er könne auch nachvollziehen, dass die Versorgung der TZHS mit Informationen aus Schönwalde entscheidend für die Wirkung des Auftrittes sei. Auch Bürgermeister Hans-Alfred Plötner machte unmissverständlich deutlich, dass er nichts von den Plänen zum Austritt aus der TZHS halte. Schumacher und sein Parteikollege Harry Linder brachten zudem ihre Sorge zum Ausdruck, einen Austritt überstürzt zu vollziehen und am Ende touristisch „im Dunkeln zu stehen“.

Die Aufgaben des Beirates gehen nach Vorstellungen der SPD jedoch über den Tourismus hinaus. Wichtig sei auch der Blick in die Zukunft und eine entsprechende Dorfentwicklung, wie sie das benachbarte Kasseedorf mit einer Zukunftswerkstatt im Sommer vollziehen will, so Bärbel Seehusen. Der Beirat sei aus ihrer Sicht ein „Versuch, etwas zu starten“, um unter den Vereinen und Verbänden Absprachen zur nachhaltigen Entwicklung Schönwalde zu treffen und die Frage zu beantworten, wie auch der Ort vom Bungsberg profitieren könne. Vernetzung sei das Thema der Stunde.

Den Bungsberg bracht Peter Seehusen (SPD) noch einmal mit einer Anfrage ins Spiel. Er bemängelte die schlechte Beleuchtung außerhalb des Plateaus und der Gebäude. Auch vermisse er Papierkörbe. Beide Themen sind nach Auskunft Plötners bereits im Zweckverband besprochen worden. Es seien die Landesbetriebe Forst, die aus grundsätzlichen Erwägungen keine Papierkörbe im Wald wünschen und aufgrund der Fledermäuse auch die Beleuchtung möglichst gering halten wollen. Beides soll im Bauausschuss beraten werden. Alexandra Schnoor schlug vor, Papierkörbe entlang des gemeindeeigenen Weges durch den Wald zu installieren.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen