Bei der Busschule hilft der Teddy

Das Abenteuer Busfahrt beginnt: Die Rückbank, auf der Teddy Platz genommen hat, sollten die Lütten meiden, weil sie bei einem Bremsmanöver dort keinen festen Halt finden, so die Lektion.
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Das Abenteuer Busfahrt beginnt: Die Rückbank, auf der Teddy Platz genommen hat, sollten die Lütten meiden, weil sie bei einem Bremsmanöver dort keinen festen Halt finden, so die Lektion.

Gemeinde Bösdorf lädt die künftigen Abc-Schützen zur ersten Schulbusfahrt / Von 13 Schulanfängern kamen dieses Jahr nur fünf

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17. August 2018, 15:55 Uhr

Wie und wo steige ich ein und aus? Wo sollte ich mich besser nicht hinsetzen? Wie sieht meine neue Schule aus? Viele Fragen kommen auf die lütten Bösdorfer zu, die frisch aus dem Kindergarten demnächst eingeschult werden. Um ihnen den Start zu erleichtern, bietet die Gemeinde Bösdorf Fahrschülern seit mehr als 20 Jahren vor dem Schulstart eine Einweisungsfahrt von Kleinmeinsdorf nach Plön zur Breitenauschule und Rodomstorschule und zurück an, damit die Abc-Schützen von klein auf das richtige Verhalten beim Busfahren lernen. Nach einem Besuch in der Breitenauschule ging es schließlich zurück nach Kleinmeinsdorf, wo es Kaffee und Kuchen für die Großen und Naschi für die Kinder gab.

Paul (6) wohnt zwar in Plön-Stadtheide, möchte aber gern mit den anderen Kindern im Bus zur Schule fahren, weil das spannend ist. „Das ist doch nett, dass die Gemeinde das macht“, begrüßte Mutter Andrea Struck die Aktion. In Stadtheide halte der Bus direkt vor ihrer Haustür. „Diesmal haben wir 13 Schulanfänger gemeldet, von denen aber nur fünf gekommen sind. Viele scheinen kein Interesse zu haben“, kommentierte Bürgermeister Engelbert Unterhalt die vergleichsweise geringe Resonanz.

In starken Jahren seien schon mal 20 Mädchen und Jungen gekommen, jeweils drei Viertel kämen sonst zu der Einweisungsfahrt. Rainer Seidel vom Plöner Polizeirevier ist fast immer dabei. „Ich bin da, gucke zu, die Kinder sind schon geschult und diszipliniert“, meinte der Polizeioberkommissar anerkennend. Aus seiner Sicht mache die Aktion Sinn, zumal es schon lange keine Verkehrslehrer mehr in Plön gebe. Die seien früher immer nachgefragt gewesen, mittlerweile aber alle nach Kiel beordert.

VKP-Busfahrer Jens-Peter Liedtke hat für die Fahrt eigens auf seinen letzten Urlaubstag verzichtet und beteiligt sich zum fünften Mal. „Das ist schön, das müsste jede Gemeinde machen,“ findet er. Für ihn sei der Umgang mit den Fahrschülern ein Nehmen und Geben.

„Wenn man den Kindern nicht von Anfang an alles verbietet und in vernünftigem Ton mit ihnen spricht, sind sie gut zu handhaben. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht.“ Dann erklärt er den Lütten, warum er den Feuerwehr-Teddy mitgebracht hat. Der kommt auf die fünfsitzige Rückbank, wohin sich die Kinder nicht setzen sollten. Warum nicht, zeigt er bei einem kleinen Bremsmanöver.

Ein kleines Jubiläum war die Fahrt für Vater Henning Biß, der 1998 genau vor 20 Jahren als Schulanfänger selbst die Einweisungsfahrt mitmachte. „Das nimmt die Scheu, allein mit dem Bus zu fahren und bringt Routine hinein, wenn man alles erklärt bekommt“, so seine Erfahrung.

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