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Ostholsteiner Anzeiger

24. Juni 2017 | 05:38 Uhr

Bei Aufstieg gibt es eine neue Tribüne

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Aufstiegstour: Der Bremer SV ist zum vierten Mal bei den Relegationsspielen zur Fußball-Regionalliga Nord am Start – Fanartikelverkauf läuft auf Hochtouren

Der Absatz an Fanschals ist gestiegen, seit feststeht, dass der Bremer SV Meister der Bremen-Liga ist. Das hat Heinrich Papen festgestellt und der muss es wissen. Papen ist seit 63 Jahren Mitglied des Bremer SV und bringt die Fanartikel unter die Leute. In der Saison 2016/17 ist die zweite Größe im Bremer Fußball hinter dem SV Werder wieder einmal in der Bremen-Liga ungeschlagen geblieben. Vor einer Woche bekam die BSV-Bilanz 2017 jedoch den ersten Schönheitsfehler, im Landespokal setzte sich die Turnerschaft Lehe mit 9:8 Toren nach Elfmeterschießen durch – und steht in der ersten Runde des DFB-Pokals.

Der Bremer SV ist Abonnementmeister und seit 2013 Dauergast in den Regionalliga-Aufstiegsrunden, bisher jedoch ohne Erfolg. „Dreimal ist Bremer Recht“, sagt Heinrich Papen – „...aber viermal ist auch nicht schlecht!“ Dass sie sich den Erfolg zutrauen, haben die Macher beim Bremer SV gezeigt. Wenn der Club im vierten Anlauf aufsteigt, spendiert der Sponsor, eine Bremer Brauerei, einen Teil der Kosten für den Neubau einer Tribüne.

Auf der Haupttribüne hat sich Franz Roskosch gemütlich eingerichtet, er ist seit rund 30 Jahren als Stadionsprecher dafür verantwortlich, dass die Zuschauer im Stadion am Panzberg auf dem Laufenden sind. In der Regel sagt er deutlich mehr Tore für den Bremer SV an als für die Gegner. Für alle Fälle hat er sich in dieser Saison ein paar neue Schilder für seine handgemachte Anzeigetafel zugelegt – denn es ist schon vorgekommen, dass die Bremer am Panzberg elf Tore geschossen haben, da reichte der Platz an der alten Anzeige nicht aus, die Roskosch mit laminierten DIN-A4-Bögen bestückt hat.

„Die Ligen sind alle stark, vor allem in Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben die Vereine ein riesiges Hinterland“, meint Franz Roskosch. Die höchste Bremer Klasse bezeichnet er dagegen als „Straßenbahn-Liga“. „Der nächste Verein liegt so nahe, dass man nur um die Straßenecke gucken muss, um dessen Sportheim zu sehen“, sagt der Sprecher, der mit dem Bremer SV nur zu gerne wieder weitere Entfernungen zurücklegen würde. „Es ist schon langweilig, wenn man zu einem Gast fährt und von vornherein weiß, dass der Gegner wieder vier, fünf Stück kriegen.“ Abwechslung und Höhepunkt seien die Pokalspiele. „Da haben wir richtig schöne Spiele gemacht“, erinnert sich Roskosch. Der Bremer SV hat dreimal im DFB-Pokal gestanden: „Erst Braunschweig, dann Frankfurt, dann Darmstadt.“

Thomas Oetjen kann sich noch gut an die Saison 1990/91 erinnern, als der Bremer SV und Eutin in der Amateur-Oberliga kickten, seinerzeit die dritthöchste Spielklasse unter Bundesliga und 2. Liga. Er ist und bleibt BSV-Fan, auch wenn es ihn vor einigen Jahren nach Kornwestheim verschlagen hat. Er ist ein- bis zweimal pro Saison am Panzberg, um sich davon zu überzeugen, dass seine Mannschaft hinter dem SV Werder die Nummer zwei im Bremer Fußball ist. „Es war eine tolle Zeit, damals in der dritten Liga. Da sind wir als kleiner Bruder des SV Werder sehr, sehr gerne nach Eutin gefahren.“ An das Ergebnis erinnert er sich nicht, wohl aber an die freundschaftlichen Kontakte, die seinerzeit entstanden sind. Er freue sich auf das Duell in der Regionalliga-Aufstiegsrunde, das am Mittwoch, dem 31. Mai, um 19.30 Uhr auf neutralem Platz in Drochtersen steigt.

Heinrich Papen verfolgt das Spiel im Stadion mit einem Auge, mit dem anderen hält er nach Kundschaft Ausschau. Der Kunde kauft ein Feuerzeug, den Fanschal hat er schon, ein Schlüsselanhänger wäre schön. Papen freut sich über jeden Umsatz: „Der Überschuss aus dem Verkauf geht an unsere Jugendabteilung, wenn die Feiern oder etwas besonderes vorhaben, gibt es einen Zuschuss aus dem Fanartikelverkauf.“

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erstellt am 29.Mai.2017 | 21:14 Uhr

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