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Malente : Behelfsbrücke noch vor dem Osterfest?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kay Cornils will sich mit einer gesperrten Schwentine-Brücke nicht abfinden

Gibt es rechtzeitig vor dem Beginn der Tourismus-Saison doch noch einen Weg, der am ehemaligen „Intermar“-Hotel über die Schwentine führt? Geht es nach Kay Cornils, wird möglichst schnell eine provisorische Holzkonstruktion gezimmert, die zumindest Fußgängern über den Fluss helfen würde.

Um den „natürlichen Zugang zur Malenter Schokoladenseite“ möglichst schnell wieder zu öffnen, hat der Eigentümer und langjährige Wirt des Boots-Hauses am Dieksee den Malkwitzer Zimmermeister Jörn-Peter Wiese um einen Vorschlag gebeten. Auf „maximal 10  000 Euro, eher weniger“ beziffert Wiese die Kosten der Lösung, die er sich für das Problem erdacht hat.

Wiese will eine rund 1,70 Meter breiten selbsttragenden Weg über die Brücke bauen, der sich mit neuen Balken aus Kiefernholz auf den Fundamenten der alten Brücke abstützt. Zusätzlich müsste ein neuer Handlauf gebaut und einer der bestehenden Handläufe etwas erhöht werden. „Der Rest der Brücke bleibt gesperrt“, erklärte Cornils. Er will seinen Vorschlag der Gemeindevertretung unterbreiten, die am Donnerstag, 17. März, ab 18 Uhr im Kursaal tagt, und hofft auf eine schnelle Entscheidung. Dann könne die Brücke – so Cornils Hoffnung – noch vor Ostern wieder geöffnet werden. „Ich brauche für den Bau zwei Tage“, sagte Wiese.

Klaus Schützler (CDU), Vorsitzender des Planungsausschusses, ließ sich den Plan gestern vor Ort erläutern. „Ich unterstütze das“, erklärte er. Auch er wünsche sich, dass die Brücke noch vor Ostern wieder geöffnet werde. Zur Not könnte das Provisorium aus seiner Sicht auch noch eine weitere Saison bestehen, warb Cornils für seine Idee. Um der Gemeindevertretung eine spontane Entscheidung schmackhaft zu machen, sagte er eine Beteiligung an den Kosten des Provisoriums zu. Außerdem könne er zur Finanzierung in Vorleistung gehen, stellte Cornils in Aussicht. Er will mit allen Mitteln verhindern, dass sich Malente ausgerechnet zur Landesgartenschau in Eutin, die auch besonders viele Touristen ins Kneippheilbad ziehen werde, mit einer gesperrten Schwentine-Brücke präsentiere.

Die Gemeinde Malente hatte die marode Holzbrücke im September vergangenen Jahres aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein Neubau soll nach derzeitigem Stand im September in Angriff genommen. Derzeit versucht das Bauamt, die Kosten zu drücken. Für den Bau einer Brücke, die auch von Rettungsfahrzeugen befahren werden könnte, wären einschließlich Planung rund 400  000 Euro fällig geworden. Nun wird eine abgespeckte Variante durchgerechnet. In die Höhe getrieben werden die Kosten durch eine aufwendige Pfahlgründung. Diese ist aus Sicht des Bauamts unumgänglich, um auszuschließen, dass sich das Bauwerk später absenkt.

Forderungen nach einem Übergangsprovisorium hatten Verwaltung und Planungsausschuss bislang aus Kostengründen verworfen. Die Brücke wird spätestens benötigt, wenn das Land, wie schon lange angekündigt, die Straßenbrücke auf der Hindenburgallee erneuert. Sonst kämen von dort nicht einmal mehr Fußgänger zur Diekseepromenade.

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erstellt am 16.Mär.2016 | 11:00 Uhr

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