Kommentar : Begriffsverwirrung

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13. Januar 2021, 18:30 Uhr

Es sei sonderbar, dass es nicht gelungen ist, historische Fotos von einer Nutzung des Gebäudes als Reithalle zu finden. Diese Bemerkung eines Architekten, der sich mit Sanierung und dem Umbau der sogenannten historischen Reithalle am Schloss beschäftigt, fiel in einer Sitzung des Bauausschusses. Und es war bei weitem nicht der einzige Hinweis, dass die Definition „historische Reithalle“ auf jeden Fall eines nicht ist: historisch belegt.

Weit mehr als ein halbes Jahrhundert waren der noch vorhandene Saal und ein 1961 zur Landesgartenschau abgerissenes Restaurant ein Veranstaltungszentrum. Zahllose Tanzbälle, Konzerte, Theateraufführungen, Versammlungen, Messen: Die Schlossterrassen hatten über Jahrzehnte hinweg eine Bedeutung weit über die Kreisstadt hinaus, und der Saal ist wegen seiner Architektur der schönste, den ich kenne. Selbst bei Veranstaltungen mit geringer Teilnehmerzahl wirkte er nicht wie eine „triste Bahnhofshalle“, sondern besaß immer eine schöne Atmosphäre.

In den letzten Jahren gab es schon einmal den Versuch, aus den „Schlossterrassen“ ein „Theater am Schloss“ zu machen. Der Begriff setzte sich nie durch. Und das gleiche Schicksal gilt hoffentlich auch für den sperrigen Begriff „historische Reithalle“. Ab in die Tonne damit. Was spricht denn gegen den bekannten und schlichten Namen Schlossterrassen?

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