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Ostholsteiner Anzeiger

23. November 2017 | 22:55 Uhr

Scharbeutz : Begehrtes Wohnquartier am Strand

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

52 Mietparteien belegen Wohnungen und Reihenhäuser an der Luschendorfer Straße. Die Gemeinde ermöglicht eine niedrigere Miete.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 04:00 Uhr

Es ist vollbracht. Innerhalb von 16 Monaten errichtete die Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein (Wobau OH) ein Elf-Millionen-Mietobjekt in Scharbeutz. Das Ziel des Vorhabens war es, erschwinglichen Wohnraum in bevorzugter Lage anzubieten. Mitte August zogen die ersten Mieter Am Alten Sportplatz an der Luschendorfer Straße ein. Gestern nahm die Mieterin Herta Stöber stellvertretend für alle einen obligatorischen Riesenschlüssel entgegen. Landrat Reinhard Sager überreichte ihn ihr als Aufsichtsratsvorsitzender der Wobau, mit Geschäftsführer Fabian Weist und dem Scharbeutzer Bürgermeister Volker Owerien.

Sie fühle sich sehr wohl in ihrer Wohnung, sagte Stöber, die in einem Scharbeutzer Kaufhaus beschäftigt ist. Mit ihrer Tochter Lea (17) lebt die 49-Jährige auf 75 Quadratmetern. Ende August zogen die beiden ein. Sie gehören zu 52 Mietparteien, die in 34 Wohnungen und 18 Reihenhäusern leben. Das letzte der Häuser wird in Kürze bezogen werden.

Das Interesse sei groß gewesen, berichtete Weist. Die Wobau habe die Wohnungen und Häuser innerhalb eines halben Jahres vermietet. Mehr als 200 Anfragen waren bei der Wohnungsgesellschaft eingegangen. Weist: „Wir haben eine Warteliste.“

Landrat Sager dankte Weist für den Mut und die Weitsicht, das Projekt anzufassen. Es sei ästhetisch schön geworden und eine Bereicherung für das Ortsbild. Bürgermeister Owerien betonte, dass mit diesem Gebäudeensemble die Befürchtung der Kritiker widerlegt worden sei, die eine viel zu massive Bebauung vor Augen hatten.  Mit dem attraktiven Wohnquartier sei die Gemeinde ihrer Pflicht nachgekommen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sagte Owerien.

Die Gemeinde Scharbeutz fördert 13 der Wohneinheiten, in dem sie die Differenz zwischen der Kaltmiete von sechs Euro pro Quadratmeter und den üblichen neun Euro trägt. Der Vertrag zwischen Gemeinde und Wobau läuft nach Auskunft Oweriens 30 Jahre. Die Gemeinde hat dafür Mitspracherecht bei der Vermietung von elf Wohnungen und zwei Reihenhäusern.

Für dieses Bauvorhaben hat die Wobau ihre erste Pellet-Heizung angeschafft. Das sei für sie eine neue Erfahrung, sagte Bauleiter Manfred Korell und verweist auf eine Gasheizung, die im Notfall einspringen könne. Gelagert werden die Pellets in zwei unterirdischen Tanks.

Zum Wohnquartier gehören eine unterirdische Müllanlage, ein Teich, ein Spielplatz, ein Gesellschaftsraum mit Küche, WC und Stauraum und ein Appartement für Gäste. In den drei bestehenden Objekten in Stockelsdorf, Bad Schwartau und Eutin werde das Gemeinschaftsangebot rege genutzt, sagte Weist.

Das Wohnquartier erhielt eine neun Meter hohe und 44 Meter lange Lärmschutzwand, gegen die sich ein Nachbar zu Wehr gesetzt hat. Der Streit habe sich beruhigt, doch sei noch eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan anhängig, sagte Owerien. Weist berichtete, dass der Aspekt Lärm für keinen der Mieter ein Kriterium gewesen sei. Stöbers Eindruck nach zwei Monaten Wohnzeit: „Es ist total ruhig hier.“

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