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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 15:28 Uhr

Malente : Bedingtes „Ja“ zum Bürgerbus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Bus wird kostenlos fahren. Die Gemeinde will Projekt gemeinsam mit dem Kreis Ostholstein je zur Hälfte finanzieren, sofern die Gesamtkosten 20000 Euro nicht übersteigen.

Malente | Die Ampel steht zwar noch nicht endgültig auf Grün, die Initiative für den „Bürgerbus Malente“ kann aber schon mal den Gang einlegen und sich auf die Abfahrt vorbereiten. So könnte man das Ergebnis der Hauptausschusssitzung am vergangenen Dienstag deuten. Konkret beschloss der Ausschuss nach intensiver Diskussion einstimmig, dass die Gemeinde das Projekt mit jährlich 10  000 Euro unterstützen soll. Sie soll den Bus auch anschaffen und dem Verein zur Verfügung stellen.

Allerdings – und insofern steht die Ampel noch nicht auf Grün – ist dieser Beschlussvorschlag für die Gemeindevertretung am Donnerstag an eine Bedingung geknüpft: Die Kostenkalkulation des Vereins von 20  000 Euro jährlich muss sich jetzt auch als tragfähig erweisen. Denn der Kreis sehe seinen Anteil von 10  000 Euro als Obergrenze, machte Amtsleiterin Britta Deubel deutlich. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass die Gemeinde auf möglichen Mehrkosten sitzen bliebe. Dieses Risiko wollten die Ausschussvertreter aber nicht eingehen.

Ein Überraschung hatte Michael Winkel, Vorstandsmitglied des Vereins „Bürgerbus Malente“, zu Beginn der Beratung über das Projekt parat. Sollte der Bus wie geplant von Ostern 2016 an durch die Gemeinde rollen, könnten die Fahrgäste kostenlos mitfahren. Das bedeute, dass Fahrgeldeinnahmen nicht zur Kostendeckung beitragen könnten.

Hintergrund dieser Entscheidung ist die komplizierte Rechtslage. Fahrpreise dürfte der Verein nur dann erheben, wenn er die Bedingungen des Personenbeförderungsgesetzes erfüllen würde. Dann würde aber der SH-Tarif gelten. Dieser Streckentarif verträgt sich aber schlecht mit der geplanten Fahrtroute einer Acht durch die Dorfschaften mit dem Knotenpunkt Bad Malente-Gremsmühlen. „Dann müsste jemand, der beispielsweise in Sieversdorf einsteigt und nach Malente will, für die gesamte Fahrt über mehrere Dörfer zahlen“, erklärte Winkel. Außerdem wäre der Verein verpflichtet, den Bus unter allen Umständen fahren zu lassen. Das ließe sich aber nur mit Ersatzfahrern des vom Kreis beauftragten Busunternehmens NOB garantieren, die im Falle eines Einsatzes bezahlt werden müssten. Winkels Befürchtung angesichts dieser Komplikationen: „Dann wäre der Bürgerbus 2017 noch nicht auf der Straße.“

Noch ungeklärt ist, ob der Bus nun geleast oder gekauft wird. Eigentlich hatte der Verein von einem Kauf Abstand genommen, um dem Risiko aus dem Weg zu gehen, mögliche Fördermittel zurückzahlen zu müssen, falls das Projekt scheitern sollte. Auf dieser Basis hatte auch der Kreis beschlossen, den Bürgerbus als Modellvorhaben für Ostholstein zur Hälfte zu finanzieren. FDP-Fraktionschef Wilfred Knop wies jedoch darauf hin, dass ein Kauf wahrscheinlich günstiger käme, zumal dann noch eine Unterstützung durch die Aktiv-Region Schwentine-Holsteinische Schweiz in Aussicht stünde. Was günstiger kommt, soll die Verwaltung nun ermitteln und das Gespräch mit dem Kreis suchen, falls es doch auf einen Kauf hinausläuft.

Klar wurde im Verlauf der Sitzung, dass der Verein auf jeden Euro angewiesen ist. Denn die in der Verwaltung genannte Leasingrate von 1048 Euro monatlich gelte nur für einen Basisbus, machte Winkel deutlich. Ein Modell, in dem auch Rollstuhlfahrer bequem seitlich einsteigen könnten, liege deutlich darüber. Wilfred Knop nannte eine Leasingrate von 1400 bis 1500 Euro.

Bürgermeister Koch warb dennoch wärmstens für den Bürgerbus: „Trotz erheblicher Kosten halte ich dieses Projekt nach wie vor für äußerst sinnvoll“, erklärte der Verwaltungschef. Es könne dazu beitragen, die Mobilität in der Gemeinde zu sichern.

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erstellt am 14.Okt.2015 | 18:00 Uhr

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