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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 16:25 Uhr

Baustart für 30-Millionen-Projekt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Modernisierung der Rettberg-Kaserne hat nach fünf Jahren Verzögerung begonnen / Haupttor und Kompaniegebäude sind Baustelle

Die „Haustür“ ist vorübergehend geschlossen: Wegen Bauarbeiten am Haupttor in der Oldenburger Landstraße ist die Rettberg-Kaserne bis voraussichtlich Ende kommender Woche nur über das sogenannte Panzer-Tor Richtung Standortübungsplatz zugänglich. Die Baustelle ist ein allgemein sichtbares Zeichen für den Start umfangreicher, lang ersehnter Bauarbeiten.

„In den kommenden zehn Jahren sollen hier immerhin 30 Millionen Euro investiert werden“, sagte Oberstleutnant Axel Jahnke. Der Kasernen-Kommandant vertrat am Mittwoch den dienstlich verhinderten Kommandeur des Aufklärungsbataillons 6, Oberstleutnant Alexander Radü, bei einer „Großen Blauen Stunde“ mit geladenen Gästen in der Truppenküche.

Wesentlich umfangreicher als die Modernisierung des Haupttores sind Arbeiten an dem Gebäude, in dem bis vor rund fünf Jahren die 1. Kompanie untergebracht war: Es soll bis Jahresende restlos zurückgebaut werden, im nächsten Jahr der Bau eines neuen, modernen Unterkunftsgebäudes beginnen.

Das Bauprogramm zur Modernisierung der Kaserne, deren Kern aus den Jahren 1913 bis 1915 stammt, war bereits im Jahr 2010 fertig. Im wesentlichen sieht es den Bau oder die Modernisierung von drei Kompaniegebäuden vor, aber auch eine neue Waffenkammer ist geplant.

2010 hatte schon eine Genehmigung für einen vorzeitigen Baubeginn vorgelegen, die die Räumung von drei Unterkunftsgebäuden und die Auslagerung der damals vorhandenen 5. Kompanie nach Alt-Duvenstedt bei Rendsburg beförderte. Doch im Juli 2010 war die Genehmigung wieder kassiert und im Gegenteil ein Baustopp verkündet worden – Opfer für einen Reformprozess, den der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vorantrieb.

Im Oktober 2011 fiel zwar die Entscheidung für den Erhalt des Standortes Eutin, aber die geräumten Gebäude standen bis heute leer.

Viele Soldaten des Aufklärungsbataillons 6 bereiten sich aktuell auf Einsätze im Ausland vor, sagte Jahnke weiter. In Kompaniestärke laufen Vorbereitungen für einen Einsatz im Kosovo, wo im Schwerpunkt Soldaten der 1. Kompanie sowie Feldnachrichtenkräfte eingesetzt werden sollen. 20 Soldaten aus der 2. Kompanie richten ihren Blick auf einen viermonatigen Einsatz in Afghanistan. Zwei Spähzüge sollen zur Sicherung des Feldlagers bei Masar-E Sharif beitragen.

Darüber hinaus gibt es einen Aufstellungs- und Ausbildungsauftrag für ein „flexibles Kräftedispositiv einer verminderten Aufklärungskompanie, unverändert in Anlehnung an die letztjährige Planung für eine OSZE-Mission in der Ukraine oder ander Einsätze“, wie es Bataillonskommandeur Radü jüngst bei einem Appell formulierte.

Radü hatte betont, dass es über den möglichen Einsatzort dieser Kompanie viele Gerüchte gebe, es lägen aber definitiv keine Entscheidungen vor, was die Aufgabe der Vorbereitung nicht leicht mache. Die Gerüchte besagen übrigens, dass es in den afrikanischen Staat Mali gehen könnte.

Der obligatorische Vortrag zur Blauen Stunde war unterdes ein globales und kein rein militärisches Thema: Aktuelle Risiken auf allen Meeren beleuchtete Prof. Dr. Uwe Jenisch, Experte für Internationales und Öffentliches Seerecht der Kieler Universität.

Er zeichnete mit einer Liste von Problemen ein eher düsteres Bild, vor allem drohende Verteilungskämpfe um Rohstoffe und Energie, aber auch der bereits messbare Anstieg des Meeresspiegels brächten Probleme für die ganze Menschheit. Dabei würden globale Zusammenhänge unterschätzt: „Die größte maritime Naturkatastrophe für Schweden war der Tsunami 2004 in Fernost, bei dem 300 Schweden ums Leben kamen.“ Der Referent plädierte trotzdem für Optimismus: „In jedem Risiko steckt auch eine Chance.“

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erstellt am 22.Okt.2015 | 11:09 Uhr

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