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Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 06:34 Uhr

Malente : Baugebiet mit Wermutstropfen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nüchel: Dorfvorstand kritisiert Anbindung von 15 Baugrundstücken. Ein Gegenvorschlag der Dorfschaft sei nicht diskutiert worden.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Neue Baugebiete, noch dazu in einer kleinen Dorfschaft, haben Seltenheitswert. Insofern herrscht beim Nücheler Dorfvorstand Freude darüber, dass der Planungsausschuss den Bebauungsplan Nr. 84 und damit die Erschließung von 15 Bauplätzen nördlich der Benzer Straße und westlich der Grootkoppel mit großer Mehrheit abgesegnet und der Gemeindevertretung zur Zustimmung empfohlen hat – achteinhalb Jahre nach dem Aufstellungsbeschluss. Allerdings enthält die Angelegenheit für Dorfvorsteher Dieter Path einen dicken Wermutstropfen, der die künftige Verkehrssituation betrifft.

Mit der nun vorgesehenen Erschließung der mittlerweile komplett in Gemeindehand befindlichen Grundstücke über die Straßen „Zum Großenholz“ und „Grootkoppel“ ist der Dorfvorstand nämlich nicht einverstanden. Zum einen habe die Straße „Zum Großenholz“ zur Schulwegsicherung einen Gehweg erhalten, so dass dort Begegnungsverkehr kaum noch möglich sei. Zahlreiche Reifenspuren am Bordstein zeugen davon, wie eng es dort ist.

Zum anderen ist nach Überzeugung des Dorfvorstands die Einmündung von der Grootkoppel in die Straße „Zum Großenholz“ wegen einer hohen Hecke sehr unübersichtlich. „Wenn jetzt zwei bis drei Fahrzeuge pro Wohneinheit im Baugebiet dazukommen, erhöht sich das Unfallrisiko extrem“, warnt der Dorfvorstand in einer Einwendung. Aus diesem Grund halte man eine Anbindung über eine Stichstraße an die Benzer Straße für „zwingend notwendig“.

Um seine Argumente zu untermauern, sammelte der Dorfvorstand auch Unterschriften und reichte diese bei der Gemeinde ein. Danach habe man von der Angelegenheit nichts mehr vernommen, kritisierte Path im Ausschuss. „Die Unterschriftensammlung wurde nicht diskutiert, wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Ein Kompromissvorschlag der Dorfschaft, zumindest eine schmale Einbahnstraße einzurichten, sei ebenfalls ignoriert worden.

Der von der Gemeinde beauftragte Planer Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein hatte den Vorschlag der Dorfschaft zuvor verworfen. Dies sei „wirtschaftlich nicht darstellbar“. Zum einen hätte die Stichstraße ein erhebliches Gefälle, zum anderen müssten an der Einmündung zur Benzer Straße aus Sichtgründen auf einer Strecke von 100 Metern zahlreiche Bäume gefällt werden. Dem würde die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises nicht zustimmen. „Die 15 Baugrundstücke werden nicht so viel Verkehr auslösen, dass der Verkehr in der Grootkoppel zusammenbricht“, urteilte Nagel. In dem Abwägungsvorschlag der Gemeinde werden weitere Gründe genannt. Das neue Wohnquartier wäre vom restlichen Ort abgetrennt, die Unfallgefahr an einer Einmündung auf die Benzer Straße aufgrund des dort zulässigen hohen Tempos von 100 km/h sehr groß.

„Die Preise wären von keinem mehr zu tragen“, verwarf Dagmar Nöh-Schüren, Fraktionschefin der Bürger-Innen für Malente (BfM) den Vorschlag der Dorfschaft. Ausschussvorsitzender Jürgen Redepenning (SPD) versuchte, die Wogen zu glätten. „Vielleicht können wir das im weiteren Verfahren noch nachholen“, sagte er mit Blick auf die fehlende Resonanz auf die Unterschriftenaktion.

Gudrun Förster (CDU) nahm für ihre Fraktion in Anspruch, diese habe sich mit den Argumenten der Dorfschaft sehr wohl auseinander gesetzt. „Wir haben das sehr ernst genommen und auch diskutiert“, erklärte sie. Zugleich forderte sie, die Dorfschaft bei einer Verbreiterung der Straße „Zum Großenholz“ zu unterstützen. Christian Kiel vom Dorfvorstand wies allerdings darauf hin, dass die Aussichten dafür eher schlecht stünden. Denn der betroffene Grundstücksbesitzer verfüge ohnehin über wenig Fläche. Von der Situation vor Ort hatte sich der Ausschuss auch schon bei einem Ortstermin ein Bild gemacht.

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