Ostholstein : Bauernverband wählt neue Spitze

Der neue Vorstand des Kreisbauernverbandes: Lutz Schlünzen (MItte) ist neuer Vorsitzender, im engeren Vorstand sind außerdem (von links) Klaus Pritschau, Heinrich Mougin , Friedrich von Ludowig, Ulrich Sundermeyer, Jens Alpers und Cornelius Ehlers.
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Der neue Vorstand des Kreisbauernverbandes: Lutz Schlünzen (MItte) ist neuer Vorsitzender, im engeren Vorstand sind außerdem (von links) Klaus Pritschau, Heinrich Mougin , Friedrich von Ludowig, Ulrich Sundermeyer, Jens Alpers und Cornelius Ehlers.

Lutz Schlünzen aus Nienrade ist neuer Kreisvorsitzender. Der bisherige Stellvertreter löst den Fehmaraner Klaus-Dieter Blanck ab.

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06. Dezember 2017, 11:00 Uhr

An der Spitze des rund 1300 Mitglieder starken Kreisbauernverbandes Ostholstein-Lübeck steht seit gestern Lutz Schlünzen. Der 60-jährige Landwirt aus Nienrade (Gemeinde Beschendorf) wurde in Neustadt im Hotel Stadt Kiel
von 26 Mitgliedern des Kreishauptausschusses einstimmig zum Nachfolger von Klaus-Dieter Blanck aus Bojendorf gewählt. Der 66-Jährige Fehmaraner durfte aus Altersgründen nicht mehr kandidieren.

Schlünzen, der in den vergangenen fünf Jahren stellvertretender Kreisvorsitzender war, sieht die Landwirte in Ostholstein vor enormen Herausforderungen, die vor allem aus dem Landverbraucb durch den Bau der Ostküstenleitung und der neuen Eisenbahntrasse für die Feste Fehmarnbelt-Querung resultiere. Der Landbedarf für diese Projekte und die gleichzeitig damit verbundene Ausweisung von Ausgleichsflächen werde Folgen haben, die sic viele noch gar nicht vorstellen könnten, sagte er dem OHA. Das gelte auch für die Entwicklung der Landpreise.

Als weitere Herausforderung sieht Schlünzen den Ansehensverlust seines Berufsstandes: „Die Landwirtschaft wird oft vollkommen zu Unrecht zum Buhmann gemacht.“ Das sei schwer zu verstehen, da sie Nahrungsmittel in hervorragender Qualität und unter einem engmaschigen Kontrollnetz produziere.

Es sei aber auch zu beobachten, dass sachliche Argumente und Fakten in einer emotional geführten Diskussion unterlägen, wofür die Themen Glyphosat oder Tierwohl ein Beispiel seien. Nach seiner Erfahrung sei das persönliche Gespräch des Landwirts mit den Menschen das wirksamste Mittel zur Beseitigung von Vorurteilen, darüber hinaus muss es aber auch Versuche geben, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.

Lutz Schlünzen kündigte an, dass er wie sein Vorgänger eine gute Zusammenarbeit mit dem Kreis Ostholstein pflegen wolle. Außerdem sei die Geschäftsstelle des Kreisbauernverbandes, zu der er einen kurzen Weg habe, ein Glücksfall.

Lutz Schlünzen wuchs auf dem elterlichen Betrieb in Nessendorf (Kreis Plön) auf, in Nienrade machte er eine landwirtschaftliche Lehre und heiratete die Tochter seines Lehrherren. Das Paar übernahm 1990 den Hof ihrer Eltern, später kam auch noch Schlünzens elterlicher Betrieb dazu, den sein Bruder nicht weiterführen wollte.

Ein Standbein des Hofes, der in Kürze Schlünzens Sohn übernehmen soll, ist Ackerbau mit 265 Hektar unter dem Pflug sowie Geflügelhaltung mit 1600 Hühnern
in Bodenhaltung. Außerdem gibt es auf dem Hof in Nienrade Miet- und Ferienwohnungen.

Lutz Schlünzen ist seit Jahren in der Kirchengemeinde engagiert und gehört auch der Synode des Kirchenkreises an. Seit zwei Jahren hat der Vater eines Sohnes und einer Tochter, der sich gemeinsam mit seiner Frau über fünf Enkelkinder freut, auch ein Mandat in der Gemeindevertretung Beschendorf.

Der neue Kreisvorsitzende bekam gestern zwei junge Stellvertreter: Jens Alpers (Neurathjensdorf) und Friedrich von Ludowig (Gut Petersdorf bei Lensahn). Auch unter den vier Beisitzern, die gewählt wurden, sind jüngere Landwirte. Wiedergewählt wurden Klaus Pritschau (Stockelsdorf) und Heinrich Mougin (Lenste), neu in den engeren Vorstand kamen Ulrich Sundermeyer (Koselau) und Cornelius Ehlers (Bockholt). Als Beisitzer schied Olaf Stammer (Bad Schwartau) aus, Jens Alpers stieg vom Beisitzer zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden auf.

Jan-Wilhelm Schmidt (Lübeck), der wie Schlünzen in den vergangenen fünf Jahren stellvertretender Vorsitzender warm, kandidierte nicht wieder. Alle Wahlen erfolgten schriftlich und geheim, alle Ergebnisse waren entweder einstimmig oder mit jeweils einer Enthaltung.

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