Bauernverband macht Front gegen Erdkabel

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18. Juni 2015, 14:02 Uhr

Der Bauernverband sieht den politisch stark favorisierten Einsatz von Erdkabeln bei der neuen Hochspannungsleitung durch Ostholstein äußerst kritisch. Er fordert, die Erdverkabelung nur in Ausnahmefällen zuzulassen und weiterhin gesetzlich Freileitungen den Vorrang zu geben.

„Die Verlegung von Erdkabeln ist mit massiven Eingriffen in den Boden und seine Struktur verbunden. Dieser Eingriff in das Grundstück ist sehr viel gravierender als beim klassischen Freileitungsbau“, betonte Klaus Dahmke, Pressesprecher des Bauernverbandes in Schleswig-Holstein.

Durch die insbesondere bei Wechselspannung von einer Erdverkabelung ausgehende Erwärmung des Bodens sei mit erhöhter Verdunstung und Austrocknung in einem circa 20 Meterbreiten Streifen zu rechnen. Daraus ergäben sich dauerhaft erhebliche Produktionseinbußen auf landwirtschaftlichen Flächen, so Dahmke.

Hinzu komme, dass zwischen Erdkabeln und Freileitung Übergangsbauwerke errichtet werden müssten, die zu einem weiteren Flächenverbrauch führen. Da zusätzlich der Naturschutz Ausgleichsflächen für den Leitungsbau erforderten, werde der Druck auf die landwirtschaftlichen Produktionsflächen weiter zunehmen – ein Thema, das angesichts auch einer neuen Bahntrasse den Bauern in Ostholstein große Sorgen bereitet.

Dahmke sagte, dass der Bauernverband sich zu den Zielen der Energiewende als gesamtgesellschaftliches Projekt bekenne. Durch den Netzausbau seien die Grundeigentümer sowie Land- und Forstwirte aber unmittelbar in ihren Eigentums- und Nutzungsrechten betroffen.

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