Fehmarnbelt-Querung : Bauern fürchten Flächenverbrauch

Am Podium saßen (v.l.) Claus-Peter Boyens (Landwirtschaftskammer), Bernd Preußner und Bernd Homfeld (Bahnprojekt), Heinrich Kröger und Holger Schädlich (Bauernverband). Foto: Krauskopf
Am Podium saßen (v.l.) Claus-Peter Boyens (Landwirtschaftskammer), Bernd Preußner und Bernd Homfeld (Bahnprojekt), Heinrich Kröger und Holger Schädlich (Bauernverband). Foto: Krauskopf

Offene Frage: Wie viel Höfe müssen für Ausbau der Bahntrasse Federn lassen?

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26. Oktober 2011, 11:34 Uhr

Oldenburg | Eine zentrale Forderung des Kreisbauernverbandes ist erfüllt: Es wird in Hinsicht auf den Ausbau der Bahntrassen für die Querung des Fehmarnbelts ein agrarstrukturelles Gutachten erstellt. In dem wird stehen, welche Bauernhöfe in welchem Umfang von einem Ausbau der Gleise betroffen wären. Für eine weitere zentrale Forderung müssen die Landwirte weiter kämpfen: "Für uns kommt nur ein Ausbau der vorhandenen Trasse in Frage", formulierte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Heinrich Kröger, am Montagabend vor 50 Landwirten.

Die waren in den "Schützenhof" zu einer Information über die Auswirkungen der Schienen-Hinterlandanbindung auf Landeigentümer gekommen. Bernd Homfeldt von der Bahntochter Projektbau schilderte das Verfahren der Trassenfindung, Claus-Peter Boyens von der Landwirtschaftskammer den Inhgalt eines agrarstrukturellen Gutachens.

Homfeldt machte deutlich, dass es für eine Aussage, welche Bauernhöfe vom Bahnausbau betroffen sein werden, zu früh sei. Bis Sommer 2012 laufe eine Datenerhebung über Auswirkungen von insgesamt vier möglichen Trassen auf Umwelt und Menschen. Neben dem Ausbau der vorhandenen Trasse gibt es drei weitere Varianten. Auf jeden Fall soll die "Vogelfluglinie" zweispurig und elektrifiziert werden.

Homfeldt nannte 146 Teilstücken mit 22 Kreuzungspunkten, die untersucht würden. Aus all diesen Versatzstücken werde nach Ende der Untersuchungen Mitte 2012 eine Trasse vorgeschlagen, zu der die Bürger vier Wochen lang Anmerkungen machen könnten. Erst danach beginne die Feinplanung, und dann könne konkret gesagt werden, welche Flächen gebraucht würden.

"Zwischen den Zeilen" klang mehrfach an, dass Homfeldt einen Ausbau der vorhandenen Trasse bevorzugt, allein in Neustadt müsste wegen des Naturschutzgebietes "Binnenwasser" umfahren werden. Mit neuen Trassen würde das Problem der Lärmbelästigung für Bürger und Urlaubsgäste nicht beseitigt, sondern nur verlagert, merkte Homnberg an, und eine vom Kreis geforderte Trasse, mit der höchstmögliche Rücksicht auf Bebauung genommen werden sollte, würde größten Landschaftsverbrauch bringen.

Diese sogenannte X-Variante "ist für uns die Horrorvision", betonte Kröger. Damit wäre ein inakzeptabler Flächenverbrauch für Bau und Ausgleich verbunden, und das könne auch nicht im Sinne des Naturschutzes sein. "Wir liegen ja oft mit dem Naturschutz über Kreuz, vielleicht sollten wir da mal den Konsens suchen".

Claus-Peter Boyens erläuterte anhand von Beispielen wie dem Bau der A 20, was ein agrarstrukturelles Gutachten enthält. Eventuell betroffene Landwirte sollten sich aber nicht an die Landwirtschaftskammer wenden, sondern an die Vertrauensleute vor Ort, von denen die Detailkenntisse erworben werden sollen.

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